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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1897-01-01 · Heft 9 · p. Seite 406

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
41 (1896-1897)
Issue
Heft 9
Article
Messiaszeit und zukünftige Welt
Date
1897-01-01
Page
Seite 406 (sequence 15)
Language
German
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406 Mepsiaszeit und zukünftige Welt. damit auch die Zukunftshoffhung wesentlich uuagestalton, sich jetzt gleichfalls gewissermassen entna tiouali siren, d. h. individuell und mehr als je zuvor religiös und transeendent gestalten musste. Zunächst liegt es wohl auf der Hand, dass die Messiaszeit nunmehr nicht, wie früher, das einzige, das letzte und höchste Ziel aller Selmsucht, aller Wünsche und Hoffnungen sein konnte. Ist es doch fortan nur das Volk Israel, die Nation als solche, welche hei der Me.ssiaszeit gewinnt; das Individuum, der einzeln(* Jude, zumal der fromme gewinnt dabei, streng(.‘ genommen, Nichts, oder doch nicht viel , nur um so viel mehr dagegen lud einer Olam-habba! Damit ist di(1 Unterscheidung zwischen den ..Tagen des Messias“ und der ״zukünftigen Welt“ schon gegeben. Ja, gäbe es keine Möglichkeit, das Judenthum auch ohne Staat und Tempel fortzuerhalten, in einem solchen Zustande der Staats- und Uultlosigkeit als .Jude zu leben und sieh Verdienste und die Anwartschaft auf ein höchstes Ausinass göttlicher, d. h. ewiger Vergeltung zu erwerben, ja dann müsste inan an der Gegenwart, verzweifeln, und die Messiaszeit — die einzige Hoffnung auf eine Kestauration, wie früher auf eine Verbesserung, auf eine Vervollkommnung des gegenwärtigen Zustandes — wäre zugleich auch das Erhabenste und Herrlichste, wäre seihst schon der Inbegriff, der Mittel- und Jiöhenpunkt der göttlichen Vergeltung, diejenige Zeit und ״zukünftige Welt,“ die mit der Ewigkeit in eins verschmilzt und mit der Alles abschliesst (Das war eben die Form der älteren Zukunftshoffnung, der ältere identifieirende Standpunkt). Nun ist aber diese Möglichkeit — mit Jahne und mit der von dort aus unternommenen erfolgreichen Neuorganisation der Gemeinde und des religiösen Lebens׳ — gegeben, und die Messiaszeit kann den wahrhaft Frommen und Gerechten, abgesellen immer voiji der politischen' Seite, von der äusseren Herrlichkeit und von der Genugthuung darüber, dass die Hoffnung Israels sieh endlich vor den Augen aller Welt verwirklieht hat, kaum ein glückseligeres — weil heiligeres — Leben und Dasein verheissen, als das gegenwärtige 1). Somit 1 > Hier ist in der That der Ort, mit Schürer’s erstarktem persönliehen Heilsinteresse einzusotzen. Denn jetzt ist dieses, inwiefern es sich auf eine ״höhere himmlische Seligkeit nach Ablauf des niessiauisclion Keiches‘• bezieht-, auch ein berechtigtes. Für die Zukunft — zur Erlangung des Heils — bedarf es nun nicht mehr der Messiaszeit, und was die Gegenwart unbetritft. — das Oottesreieh auf Erden — , so ist

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