Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 41 (1896-1897)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Messiaszeit und zukünftige Welt
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 403 (sequence 12)
- Language
- German
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Messiaszeit und zukünftige Welt, 403 wieder einen mehr oder minder deutlich ausgeprägten jom seitigen Charakter erhält, und die Grenzen derselben mit denen des Weltgericht s und der ״zukünftigen Welt“ zusamnienHiessen. Es sei denn, dass inan in Wirklichkeit, wie Weber meint!), und ähnlich wie in der neut. Apokalypse ■(Cap. XX. XXI־) eine doppelte Auferstehung angenommen hätte, und zwar eine in der ersten Zeit des Messias zum Zwecke der Theilnuhme aller verstorbenen Frommen au seinem herrlichen Reiche und eine zweite (allgemeinere) am Ende desselben zum Weltgerichte, — wovon sich jedoch nirgends eine Spur findet2). Das Richtige wird also doch sein anzunehmen, dass der den halbt rau sc e u de n ten Charakter der Messiaszeit wahrende und behauptende Alis- Spruch Jochanan’s (oben S. 393) es sei, in den! wir auch die Meinung der Misclmalehrer voll wiederzuerkcnnen haben. Woraus "sich zugleich auch erklärt, weshalb die Misch na, trotz der inzwischen aufgekommenen veränderten Anseliauung, doch ganz bis zuletzt an dem älteren und ursprünglichen, identificirenden Standpunkte festzuhalten scheint8), wie an- Wohl aber spricht auch diese St. für die Auferstehung zur Zeit, des Messias, indem Elia dessen Vorläufer ist. — Weniger Schwierigkeit., als die Auferstehung, macht hier die P rä exist en /. dos Messias, welche an Stellen, wie Her. r. 0 1. 82; Sanli. 98h, Pesachim 54a nur spärlich nngedeutet erscheint. Es ist, wie Weher (a. a. I), S. 354f) richtig ויו•- kannt hat im Ganzen nur von einer ,,idealen Präoxistonz“ die Rede. So auch Joel, Blicke, Bd. II. S. 181. )) S oben S. 395. a) Man könnte meinen, dass Sanli. 92a: הגא דבי אדירו צדיקים שעתיד הקב״ה לדחיות אי:ן חוזרי! לעפרן; eine ähnliche Tendenz, habe, wie Ajiokal. XX, 6 (,,Das ist dii* erste Auferstehung. Selig und heilig, der da Thoil hat an der ersten Auferstehung; über diese hat der /.weit(' Tod keine Gewalt‘‘): doch liegt dazu keine zwingende Veranlassung vor. Auf der anderen Seite macht auch der Weltuntergang (vor der Weltcrneuerung, 8. oben S. 401, Atim, 2} den ,,/.weiten“ Tod — der früher schon einmal Auferstandenen — oder so Etwas, wie die ,,siebentägige Todesstille“ IV. Esra’s (oben S, 399, Amu. 1> nicht unbedingt uothwendig; s. die Fortset.zung der eben angeführten Talmudstelle; וא״ת אותן שגיב שעתיד הקב״ד. לחדש בדין את עולמו צדיקי' מה הן עושץ ובו". — Dass dor Messias selbst nicht sterben dürfe, scheint Her. r. 0. 98: לפי שהיד. יעקב אביגז רואה אוהו וסבור בו שהוא סלך המשיח ביון שראה אותו שמת אמר אף זה מת ausdrücklich gelehrt zu sein. *) Wir sagen: scheint, da die Aussagen der M. sich ja doch meistentlieils nur auf das Grosso und Ganze der Zukunftorwartung beziehen. Auch wird man wohl daran denken dürfen, dass die jüngere Anschauung, trotz der Auto rität eines R. Elioser und li. Josua, nicht allgemein durchgedrungen zu sein braucht. In den Wortou Isniaol’a (Sanh. 90b: ובי שלשה עולמים יש.אלא ונכרתה בעוד,־ז הברת לעוה״ב-) scheint sich sogar eine dagegen polemisirende Ansicht zu verbergen. 26•