Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 41 (1896-1897)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Messiaszeit und zukünftige Welt
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 401 (sequence 10)
- Language
- German
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Messiaszeit und zukünftige W(dt. 401 altere und ursprüngliche Ansicht vertritt; aber Meehiltha und Sifre keimen doch auch 8011011 die jüngere Anschauung« Und da wir, was ungleich wichtiger ist, unter denjenigen, welche die Dauer der messianisclien Zeit berechnen, auch ältere Mischnalebrer, ja selbst Tannaiten der ersten zwei Deschlechter,mitNamcn,wie R. Fliese r und R. J o s u a, an der Spitz!', gefunden haben, während die Schüler Sc hu m in a 1 ’ s und II i 111*1 s, wie es scheint, noch die ältere Anschauung getheilt haben *), so gelangen wir auch da genau zu demselben Resultat. Die bestimmt ausgesprochene Unterscheidung zwischen den ,.Tagen des .Messias״ und der ,,zukünftigen Welt“ tritt uns hier eheu im j amn en si sehe n Kreise zum ersten Male entgegen und ist somit ohne Zweifel ein Product der haggadisehen!Tätigkeit dieses Kreises, oder, was dasselbe ist, ein Product der religiüsen Bewegung׳ am Ausgange des 1. und zu Beginn des II. Jahrhundert’**. Wie haben sie, die Tannaiten, demnach das Verhältnis« beider Perioden zu einander aufgefasst? Haben sie die Messias־ zeit vielleicht noch als diesseitig betrachtet, sie, wie Schürer sagt, noch zum gegenwärtigen Olani gerechnet? Man darf diese Frage nicht rundweg verneinen. Denn die zeitliche Begrenzung des messianisclien Reiches braucht zunächst allerdings nichts mehr zu bedeuten, als dass nach ihm erst das Reich der Ewigkeit (und einer allenfalls noch höheren Seligkeit) beginne; aber da dem Eintritte dieser allerletzten, üusserslen Periode — als der eigentlichen ״zukünftigen Welt“ — erst noch das Weltgericht und die Auferstehung zu demselben, ferner in Verfolg Beider der Weltuntergang — zum Zwecke der Welterneuerung — vorangehen muss, so können alle diese grossen Dinge, die Scheidung einmal angenommen, im besten Falle doch nur erst gegen das Ende der messianisclien Zeit vor sich gehen‘2). Für den Anfang 1I Ber. r. c. 14 (Lov. r. c. 14): ב״ש וב״ה ב״ש או׳ יא כיצירתו בעוד,״ז כך יצירתו לעו״הב etc. Da, die Auferstehung, über deren Art׳ und Weise hier gestritten wird, zugleich mit der Messiaszeit ein tritt (vgl. weiter unten S. 402 Artm. 4), 80 fallen Beide mit der עוה׳יב zusammen. Aehnlich, nur weniger bestimmt, auch Tosifta Sanh. c.'XIII; Koseh-husch. löb: תגיא ב"ש או׳ ג׳ כתות הן ליום הדי; etc. ף So deutlich Tauch. Kkeb (vgl. oben S. 305 Anm. 1): ואחר ימות המשיח בא העוה״ב והק״בה מופיע בכבודו וטיאה זרועו etc. — Für den Weltuntergang sehe man Sanh 79 a den Satz Katina’s (und Abaji's) mit der dazu gehörigen Boraitha:■ כשש שהשביעית :*שמטת שגה אתת זכו׳• Dass dieser weltloso Zustand nicht vor dem Anbruche der messianisclien Zeit, sondern erst nach Ablauf derselben eintretend gedacht wurde, ist mindestens sehr Monatsschrift. 41. Jahrgang. 2f>