Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 41 (1896-1897)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Messiaszeit und zukünftige Welt
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 398 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2829132-2829696-2829706-2880727--27911-2880751- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
398 M<1HHii1Hzcit uml /.u künftige Welt. nicht um oi 11011 Soli ritt weiter ״vkomniun sind. Denn es blieb doch immer noch das Natürlichere und Sehriftgemassere, die prophetische Weissagung“ von der Weltcrneuerung — mit «len älteren Auslegungen — zugleich mit und in der Messiaszeit in Erfüllung gehen zu lassen. ״Die älter«' und ursprüngliche Anschauung", sagt Schürer, ,,ist jedenfalls die, welche die Messiastage mit «lern künftigen Olam identiticirt; denn der ״künftige Weltlauf•‘ ist ehen zunächst nichts Anderes, als di«*■ künftige selige mcssianisehe Zeit (so auch noch im neuen Testamente). Erst infolge der Erwartung einer höheren hiimnlischen Seligkeit nach Ablauf «les messianischen Reiches ist man dann dazu gekommen, die messianische Zeit noch zum gegenwärtigen < Hain zu rechnen und die Welterneuerung erst nach Ablauf «1er messianisclmn Zeit eintretend zu denken". Zagegeben: allein erklärt, so glauben wir wohl, ist1 auch damit noch nicht das Geringste. Denn das ist ja gerade di«» Frage, wie man überhaupt «lazu gekommen ist, eine ״höhere himmlische Seligkeit'* (als die der ״künftigen seligen messianisehen Zeit") und zwar — naturgemäss — erst nach Ahlauf dieser Letzteren zu erwarten? Nun hat Scliihvr zwar schon früher (S. 419 if.) «len Gogenstand recht eingehend behandelt und mit der ihm eigenen souv«Tänen Einsicht und Klarheit dargethan, in wildern und aus welchen Ursachen die Zukunftsholfnung Isratds im Laufe der Z«‘it sehr mannigfache Wandlungen erfahre» hat. Worauf «‘1* hinweist, «Las ist im Wesentlichen folgen«les: erstens, die Erweiterung des Gottesbegritfes, ״womit sieh der JUick je länger desto mehr auch vom Volk auf die Welt erweitert hat*4 1 Unterschied zwischen den älteren und jüngeren Propheten); sodann auf eine mit dieser Erweiterung und Vertiefung «les religiösen B«'wusstseins Hand in Hand gehemL wen bestimmtere Beziehung der Zukunftserwartung auf das Ei uze 1-1 ndividu um (imlividmdler Vorsehungsglaube, Aulerstehungsglaube, Infi Daniel); derner dass die Zukunftshottnung eben durch das immer kräftiger sieh entwickelnde perseitliche Heilsinteresse immer mehr t ra 11sc endeut, immer mehr in’s Übernatürliche, Uberweltliehe umgesetzt wurde (Welterneuerung mit dem Eintritt der messianischen Zeit und zuletzt Trennung Beider von einander — jüngere (nachdanielische) und jüngste Entwicklungsstufe); endlich auch auf die zumal für die spätere Zeit so schwer in’s Gewicht fallende, weil immer mehr ״in’s Detail gehende und Alles immer mehr do gmatisirende emsige Arbeit der Schrift-