Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 41 (1896-1897)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Messiaszeit und zukünftige Welt
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 395 (sequence 4)
- Language
- German
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Messiaszeit und zukünftig Welt. 395 Allerdings geht er nieht so weit wie Samuel, indem sieh hei ihm noch beide Perioden, wie- G. sagt, ״in das Wunderbare kleideten14: aber dass der Grad des Wunderbaren in der (dnen Periode (in der der Missiaszeit) ein viel geringerer sein werde, als in der anderen, das will doehanan ja eben sagen. Und aut’ der anderen Seite ist es doch gerade das endliehe Auf-!ihren der Unfreiheit, der Abhängigkeit und Knechtung Inraels, was Samuel seinerseits von den Messiastageu ■erhofft! Dazu kommt noch, dass uns, wie bekannt, eine ganze Keilte von M i s c h n a 1 e h r e r n vorgeführt wird, die der Messiaszeit, indem sie. dieselbe berechneten, nur eine begränzle Dauer zugesehrieben ו), und sie somit jedenfalls von der ״zukünftigen Welt14, die doch eine unbegrenzte, und unvergängliche sein muss, geschieden haben - womit die Erklärung Geiger’», wie wir glauben, vollends hinfällig wird. ln neuerer Zeit eonstatirt Weber (System d. altsvnag. }»al. .Theologie, 2. Auf!., S. 371 ff) gleichfalls (*ine Unterschob düng zwischen dem ״messianischon Zeitalter״ und der ״zukünftigen Welt14׳. Letztere beginnt zwar, nach ihm, selmn mit dem inessianischen Zeitalter, so dass diese» keinesfalls mehr zur Gegenwart gehört, sondern schon zur Eudzeit. mit ihren Wundern; doch bildet es gleichsam nur die Einleitung zur zukünftigen Welt; ״diese seihst aber sehliesst Zeit und Ewigkeit in sieh44. Näher beginnt die Messiaszeit, nach der Darstellung W.’s, mit dem Lau des Tempels, bez. mit der Erlösung und mit der ersten Auferstehung,!»ringt sodann im Verlaufe die Erfüllung der übrigen Prophetieen von der Vollendung Israel» und von der Herrlichkeit dieses Reiches und sehliesst — nach einer verschiedentlich bereeh- *) Saab. 9t) ä (zwei Boraitha’s); Tancli. Kkoh, Kmh\ ed Mantua (vgl. Buhor, ibid. 18 .«ן Anm. 221; Schoch, tob zu Ps. 90; IVsikta r. C. 1, p. 29a; cf. Sifre § 310 p. 184 u (ם־שיח שיש בו ג׳ דוי־וח hv דורו); ibid § 818 ]». 186a. dazu Friedmann, Anm. f> und 10. — Pie Mischna scll»st weiss davon allerdings nichts — und bez. der einzelnen Autoritäten und der ihnen zugeschriebenen Berechnungen herrscht in den (vhu׳llen mich keine volle ITebcreinstimmung; aber die Angabe selbst, das« es eben die alten, ja zum Theil illtesten Tannaiten (li. Klieser b. Hyrkauos, li. Josua b. Cliananja, Kleasar b. Asarja, Posa b. llarchinas etc.) waren, die diese Berechnungen zuerst anstellten, ist eine so bestimmte, dass an derselben wohl nicht gerüttelt, werden kann. — Kino Pebersicht. der betreffenden Tannaiten und ihrer Aufstellungen sehe man übrigens bei Bacher, Agada d. T. S. 145 Anm. 4; daselbst auch, dass nach der (*inen Version Klieser 1000 (und Jatotia 2000) Jahre hat, was wohl das richtige sein wird (vgl. die iieutestamentliclio Apokalypse XX, 4 f.), gegen eine andere V., wonach Klieser die Zahl 400 (wie hei IV. Ksra 0. VII, 28) bez. die Zahl 40 zugetheilt wird.