Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 41 (1896-1897)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Assyriologische Studien
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 390 (sequence 6)
- Language
- German
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390 Ansyriologinch»' Studien II. sind mit Metallnägeln und Platten beschlagen. Die Räder trag(‘!! an den Speichen glänzend(‘ Verzierung. A11 beiden Seiten des Wagens sind Köcher angebracht, in welchen Pfeile und Streitäxte liegen. Um Stirn, Hüften und Brust der herrlich aufgezäumten Kusse laufen Troddeln in zwei Keilten. Kbenso stimmt mit den vorauszusctzenden That- Sachen Nabuuis Wort: .,sie eilen auf die Festungsmauer, das Sturmdach wird errichtet.* (II, b). Fs ist erwiesen, dass viele westasiatische. Festungen mit gemauerten liohlrämnen ausgestattet waren und, falls sie fehlten,, leichte Auf- und Anbauten errichtet wurden. Diese gewährten den Yevtheidigern Deckung gegen Geschosse und Feuerbrände. Sie bestanden meist aus Holzgerüsten und waren mit Thierhäuten, feuchten Geweben und Lehmschlag eingedeckt; die Wände wurden auch oft aus lufttrockenen Ziegeln aufgeführt. — Die durch den gewaltigen Ansturm der feindlichen Belagerungswerke gelegten Breschen mussten sofort ausgehessert werden; es mussten also stets Holz, Krde, Matten, Ziegel und Wasser vorräthig sein. Das ist es was Nalmm sagt: ..Wasser für die Belagerung schöpfe Dir, verstärke die Bollwerk(*, tritt Thon, stampfe Lehm und verfertige Ziegel* (Nah. 3, 19). — Der Vers II, 8 wird wohl am besten mit Jeremias (1. c.) so aufgefasst werden: ,.Und die Königin wird entdeckt., die hinaufgestiegen war, und ihre Mägde ächzen wie die Tauben und sehlagen ihre Brüste*. ,.Die Königin ist in ihre Kemenate gestiegen, um sieh zu verbergen und mit ihren Dienerinnen zu klagen“; .diese ..ächzen wie die Tauben“, wie es häufig in den Bah. Busspsalmen heisst: ,.Kiina summätiida mam* (IV K. 2b, 38 09, 27, 3; 29, o).! Auch die Verse II, 12 u, 13 enthalten Anspielungen auf Zustände in Niuiveh. ״Wo ist die Löwenhöhle, der Beuteplatz für die jungen Leuen, wo einst einherschritten Löwe und Löwin, lauernde Leuen, ohne dass jemand aufscheuchte*; ״Der Löwe raubt für seine Jungen, würgt für die Löwinnen, füllt mit Raub das Loch, die Höhle mit Zerfleischtem*. In erster Linie sind diese Sätze bildlich zu fassen. Das stolze Niniveh wird mit dem Löwen, die Lebensart der Bewohner mit der eines reissenden Thieres verglichen; wohl denkt der Prophet ah die furchtbaren Grausamkeiten, welche die Assyrerkönige stets an unterjochten Völkern verübten, — ganz frei von diesen ist kein orientalischer Herrscher je gewesen — an die Verbrennungen, Schindungen, Köpfungen