Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 41 (1896-1897)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Einige Schriftstücke aus dem Nachlasse Aron Wolfssohns
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 375 (sequence 7)
- Language
- German
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Einige .Schriftstücke aus dem Nachlasse Arou W011W ins. 375 Dem,König]. Professor Herrn A. Wolfssohn, Braunseliwoig. Berlin den 21. »Sept. 8 Mein th eurer Freund, Etwas freundlicher ist es Ihr liebes Sehr, vom 10. d , und daraus schliesse ich, dass Sie weniger unpässlich und auf dem Wege der Besserung sind. Das freut mich denn sehr; Ihren ersten Brief habe ich übrigens beantwortet Meine jetzige Antwort erhalten Sie, nach Ihrem Verlangen, in Br. und ich״ billige es überaus das Sie mit dem edlen Manne ganz freimüthig sprechen Ihre Schilderungen haben mich, ohne dass Sie es wollten, herzlich belustigt, und hinterdrein sehr betrübt. Was wollen Sie auch von den boyden Knaben in Allongen-Pcrüekcn anders erwarten? Sagen Sie es unserm geheimen F. K., dass mit dem Wegsehaffeu von אדו״. ו מקימן אעד בכזה מרליקין wir uns nur lächerlich machen; Entweder, oder, Entweder die Reparatur des Gebäudes muss Sachverständigen, kühnen Baumeistern, die zugleich Autlmrität haben, aufgetragen werden; oder wir überlassen alles dm* Zeit; d. 1». wir lassen das Gebäude, dessen Ständer nusweichen, und das in allen seinen Theilen verwest ist, in sich versinken und untergehn. Welcher Mann von Geist wird an solche Glaubens־ Verbesserer sieh ansehliessen? Wen* nur irgend einen Nahmen hat, wird davon bleiben. Ich will zugeben, dass unsere jungen Cons. Käthe1) entweder den Muth nicht haben gegen die alten Rabhincn aufzutreten oder wirklich seihst noch an die, Unfeldharkeit des Talmuds, und an die׳ Wichtigkeit der Fleisch u. Milch-Gesetze glauben Kann das aber Maasstab für Männer Ihres Wissens, Ihrer Einsicht, Ihres Eifers seyn? IJeborhaupt, mein Lieber, was geht Ihnen אתי״ג ,חמץ ומצה תפילין ומזוזה , ולולב an? Sic verfertigen das Lehrbuch und Ihren Preeis der Religion, wie es dem Zeitgeist angemessen, u. wie es in den neu zu errichtenden Schulen zum Grunde gelegt werden soll: mit מצוות und גמרא und ״טרדזן ערוך haben Sie ja nichts zu thun. Dieses wird unserm Freund, dem an Penetration, guten! Willen u. Eifer für die gute Sache keiner noch den Rang abgelaufen hat. einleuchten; und nach Ver-, fertigung dieses Schul und Lehrbuches haben Sie Ihre Be•- Stimmung erfüllt. Ich bin, wie ich schon gesagt habe, ganz der Meinung dass Sie dem G. F. R. den klaren Wein einschenken. — Die Folgen des Temporisirens, des Schonens, des Nicht-Anstossgebens, empfinden wir nicht allein in den alt. preuss. Staaten, sondern auch anderwegen. Mit unserm ) Vgl, Graetz XI, 309.