Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 41 (1896-1897)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Zum Fragmententhargum
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 347 (sequence 8)
- Language
- German
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Zum Fragmeutenthargum. 347 Thargumzusätze in der Haggada aut* bestimmte Autoren zurückgeführt werden, was doch deutlich auf eine Entleimung himveise, Allein daraus darf mit Lerner (1. c. pag. 32) nur so viel gefolgert werden, ״dass die Tannaiten, Arnoräer etc. ihre Uebersetzungen nicht direkt aus einem ihnen vorliegenden Thargum geschöpft, sondern sie auf dem Wege der Tradition von ihren Lehrern überkommen haben״. Soviel, was die wörtlichen Uebersetzungen betrifft, auf die wir übrigens noch zuriiekkommen werden. Aber auch bezüglich der baggadisehen Paraphrasen kann leicht gezeigt werden, dass viele derselben schon in einer relativ frühen Zeit allgemein bekannt waren So kennt z. B. schon Ephraem Syrus die Identification Malki-zedek’s mit Sem. (Gen. 14,18), wir er auch den Inhalt der Prophezeiung Eldads und Medads erwähnt. Die im Fragin. Th. zu (Jen. 49, 15 11. 27 gegebenen Deutungen, die sieh auch Rer. II, c. 98 u. c. 99 finden, keimt auch Hieronymus u. dgl. m. (Vgl. Graetz, Haggadische Elemente bei den Kirchenvätern MS. III, 352 fgg.) Als völlig misslungen hingegen ist, wie mir scheinen will, der Schluss des E.’schen Aufsatzes zu betrachten, in welchem er nachziiweisen sucht, dass der Verfasser des Fragmententhargum selbst einzelne Uebersetzungen baggadisehen Werken, besonders Genesis Rabba, entlehnt hat. Das wäre doch sehr merkwürdig, wenn ein Pentateuchübersetzer zu einem Werke hätte seine Zuflucht nehmen müssen, in welchem wohl kaum 20 Stellen wirklich übersetzt werden, was, wie B. selbst gestellt, in der That bis jetzt noch kein Gelehrter behauptet hat. Nein, wir dürfen getrost gerade das Umgekehrte aussprechen: Ueberall, wo Genesis Rabba eine aramäische Ueber- Setzung für ein Schriftwort angiebt, ist er sicherlich einem Thargum gefolgt. Das hält der Midvasehsaimnler für so selbstverständlich, dass er nicht einmal ausdrücklich darauf hinweisen zu müssen glaubt; dies geschieht nur dann, wenn gegen eine thargum. Auffassung polemisiert werden soll, wie dies bei Gen. 25,3 in c. 61 der Fall ist1). Unter den 10 von B. angeführten Belegstellen findet sich auch nicht eine einzige durchaus beweiskräftige. Zu eliminiren sind zunächst die Nummern 2, 3, 4, 5, da es sich hier um die Interpretation von Eigennamen also nicht um eigentliche Uebersetzungen handelt, obwohl auch hier die Ansicht, dass die Umsetzung נ) In den entgegengesetzten Fehler verfällt übrigens Lerner (1. c. pag. 33 fgg.), wenn er meint, dass auch die in hebr. Idiom abgefassten kurzen Worterklärungen den Thargnmini ihren Ursprung verdanken.