Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 41 (1896-1897)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Zum Fragmententhargum
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 346 (sequence 7)
- Language
- German
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346 Zum Fragmententhargum. Ueberhaupt können solche bloss äusserliche Momente unmöglich als Kriterium verwendet werden für die Sichtung־ des Ursprünglich(‘» vom Späteren bei Schriftwerken, an denen, wie dies bei Fragmente nthargum und Pseudojonathan der Fall ist, so viele Hände gearbeitet haben. Hier ist vielmehr ein gründliches Eingehen auf die grammatiealischen und lexicalischen Eigenthümlichkeiten wie auf den Inhalt einer jeden einzelnen Uebersetzung, durchaus nothwendig. Das ist aber erst dann möglich, wenn wir möglichst zuverlässige kritische Ausgaben nicht nur dieser Thargumim sondern auch des Thargum Onkelos haben, für weiches letztere hauptsächlich die Handschriften mit überlinearer Punctuation, mehr als dies Ins jetzt geschehen, heranzuziehen sind. Ehe diese Hauptbedingung erfüllt ist, lässt sich wohl nur in sehr seltenen Fällen bestimmen, was in unseren Thargumim ursprünglich ist und was nicht. Im Allgemeinen aber können wir an dem Grundsätze festhaltcn, dass das ursprüngliche Thargum jeruschalmi eine ״schlichte Uebertragung war und nur hin und wieder kurze, aber bedeutsanie Einschaltungen enthielt, die den Fluss der einfachen Wortübersetzung kaum merklich hemmten441). Erst später, als es nur in den wenigsten Gemeinden ״Vortragsfällige44 gab, während das Bedürfniss der Predigten immer noch vorbanden war, wurden die Haggadas in das Thargum hineingetragen, wodurch der Vorleser desselben zum Uebersetzer und Redner zugleich gemacht wurde'2). Nach dieser etwas langem aber doch nothwendigen Ab- Schweifung kann es uns nicht Wunder nehmen, wenn wir eine grosse Menge der in unseren palästinischen Thargumim enthaltenen haggadischen Zusätzen in anderen Werken wiederfinden, und gewiss haben auch in sehr vielen Fällen die haggadischen Werke die Quelle gebildet für die Thargumisten, ~ da das Ende des oben angegebenen Entwickelungsprpeesses sicherlich bis tief in die geonäischc Zeit hinabreicht (Vgl. Zunz 1. c.) Zu weit aber geht B., wenn er meint, dass eine solche direete Entlehnung überall da stattgefunden hat, wo Thargum und Midrasch miteinander übereinstimmen. B. legt zunächst ein grosses Gewicht darauf, das gewisse schrift aus der Walton’schen Polyglotte. Vgl. auch Dalman, Aram. Dialektproben, pag. 35. ף Vgl. Lerner. Anlage und Quellen des Bereschit Rabba. Magaz., 1881, pag. 31. - b ’ a) Vgl. Zunz, Gottesdienstl. Vorträge, 2. Aufl., pag. 357 fg.