Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 41 (1896-1897)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Zur Textkritik des Kusari
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 319 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2829132-2829696-2829704-2880586--27809-2880632- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Zur Textkritik des Kusari. 319 Quantität und Qualität. Dios orfonlort der Sinn und will J. H. ya^en. Allein 11ic;r trifft die Schuld nicht T., sondern J. H. hat sich hier eine Nachlässigkeit in der Construction zu Schulden kommen lassen, und T. wollte nichts ändern. Cap. 12. Dieses Capitol, welches nur ein gedrängto.r Auszug aus der Psychologie J. S.’s (ZDMG. Bd. 29, S. 335 ff’.) ist, ist sowohl von Landauer, wie von G. mit der Quelle vor-■ glichen worden. Trotz der vielen Aufschlüsse, weiche J. S. für die. Darstellung J. H.’s liefert, bleibt dennoch Vieles bei .1. S. wie auch bei J. H. dunkel, was uns hier nicht weiter hesehäftigen soll1)• Nur auf zwei Stellen, welche die LA. hetreffen, wollen wir hin weisen. S 313, Z. 18. קצה מהעמידה ההר׳טה. Hier mussT. nach O. verbessert werden, denn derselbe las offenbar בעצא anstatt צי״בא, welch letztiu’es allein richtig ist und bedeutet: in der Weise einer neuen Erkemitniss. — S. 315, Z. 18. ואיל עמידה למדיבר אח על פי שייחד לעצמי לב הבוהות האלה בדרך מדרבי חיהרד. . liier stimmt T. mit o., nur ') Jedoch wollen wir auf einen Ninnstörenden Kehler bei I. S. hinweisen, der seltsamer Weise Landauer entgaugeu ist. Seite 354 polemisirt I. S. gegen die Ansicht, dass die GesichtsWahrnehmung durch Strahlen zu Staude komme, welche aus dem Auge horvorgeheu und den wahrnehmbaren Gegenstand treffen. Einer dieser Einwände lautet nach der Uebersetzung Landauers S. 3!)2: ״Dieser Körper aber (der Körper nämlich, au welchem, wie I. S. vorher sagt, die Strahlen ihren Bestand haben), muss entweder vom Auge entsendet «ein. daun könnte das Auge nicht Alles unter dem reinen Himmel sollen, da ein Körper nicht vollständig in einen andern eindringt, es müsste denn sein, dass der eine transferirt wird und der andere an seine Stelle tritt“. Man sieht auch nicht den Schatten eines Beweises, und zudem was hat der ״reine Himmel“ mit der ganzen Ansicht zu schaffen? Ist denn das Sehen davon abhängig? Offenbar ist החת איסמא ארצאשי falsch, und es muss החת אימא ארצאפי gelesen werden: unter dem; durchs ichtigen Wasser. Auch was folgt weist daraufhin, dass אימא gelesen worden muss. Auffallend ist ferner, dass Ihn S. S. 359 von dem Gemeinsinn sagt, dass er die Wahrnehmungen der vier Sinne umfasse, worauf bereits L. S. 400, A. 2 aufmerksam, macht. Möglich ist. dass ein Fehler vorliegt, vielleicht aber lässt sich die Aeusserung I. S. auf eine Ansicht zurückführen, die Aristoteles an ״einer Stelle in Erwägung zieht, aber zurückweist, die Ansicht nämlich, dass der Gemeinsam mit dem Tastsinn identisch sei, vgl. Aristoteles, de amina 42(3 b, 13 und Kampe, Erkenntnistheorie des Aristoteles S. 92, A. 3, wie auch Baeumkcr, die Lehre des Aristoteles von den Sinnen, p. 67, wo die Gründe erörtert werden, welche zu der gedachten Annahme veranlassen könnten. Vgl. auch Kaufmann, die Sinne, S. 181, A. 12, der eine Erklärung des Jacob b. Chairn citirfc, wonach unter והרגשה המשתתפת הולכת אחריהם Kusari III, 5 der Tastsinn zu verstehen wäre. Die Erklärung ist gewiss falsch, was aber zu derselben Veranlassung gab, mag vielleicht eine Kenntnis der erwähnten An- *icht gewesen sein.