Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 41 (1896-1897)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Schemaja, der Schüler und Secretär Raschi's
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 310 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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310 Schemaja, der Schüler und Secretär KaMchi'H. Anhang Die folgende Relation gewährt einen Einblick in das geistige Leben der Mainzer Gemeinde am Ausgange des 11. Jahrhunderts. Für den Sonnabend 9 —) פריטת כי תצא Elul) des Jahres 4853 (= 3. September 093נ) wurden bei der Verwaltung der Synagoge in Mainz zwei Bräutigame angesagt, welch(; beide Kohanim waren. Menachem b. Maehir, der Schreiber der Relation, war Beistand (טושבין*) bei einem der Bräutigame. Da jeder Bräutigam einen Absatz des Wochen« Abschnitts zu lesen hatte, zwei Kohanim aber Theile desselben Abschnittes sonst, an einem und demselben Sabbath nicht lesen, dürfen, so wurden die Mainzer (!(‘lehrten gefragt, wie die .Sache beizulegen wäre. Ihre Meinungen gingen aitsein« ander. Es wurden die Schriften der Geonim zu Käthe ge״ zogen, welche sieh in der Bibliothek des Elieser lui-Gadol vorfanden. Elieser war damals nicht mehr im Leben, aber Isaae, vermuthlich sein Sohn, fand unter den Schriften Elieser’s ein gaonäisehes Kesponsum, welches die Ansicht des K. Na tan b. Maehir bestätigt(‘. Nichtsdestoweniger liess sich Jehuda der Vorbeter von einem anderen Gesichtspunkte leiten, und theilte den Abschnitt כי תצא in zwei Lectionen, damit beide Bräutigame an der Vorlesung theilnehmen könnten. Der Ausweg Jehiubvs fand allgemeinen Beifall, und man bemerkte, dass auch der palästinensische dreijährige Cyclus ähnliche Einteilungen aufzuweisen habe. Die Mainzer Gemeinde scheint damals nicht sehr gross gewesen zu sein, wenn der vorliegende Fall selten und ungekannt war; auch scheint es in Mainz in jenen Tagen nur eine .Synagoge gegeben zu haben. entgegengesetzte Kutscheidungon. So z. B. verbietet er nach M. V. 283 (und Pardes N. 133) das Trinken nach den .ארבע :וסור, während er ec3 im סדיי Schemaja’8 und Jehuda b. Abrahams erlaubt (8. oben). Chajjim Or Sarua schreibt■ in seinen Responsen N. 101; «בסידור רבעו שדמה ראיתי שבתב וז״ד אב?1 אברבת נקבים לאחר שיברך שחרית אעו צריך לברך בל היום בודו בל שעה שאדם גשנה צריך לבדך אשר יצר את האדם אפילו לקטנים עב״?1 ולא הבנתי דקשיא רישא לסיפא . . .. Chajjim übersah, dass seine Handschrift des Siddur Raschi’s (d. i. ein gekürzter Machsor Vitry) einen Schreibfehler enthalten hat. Statt אבל אב לבת נקבים muss es. heissen: אבל ברבת התורה. So sagt auch Pardes N. 64 von Raschi: :ובשעומד ללמוד תורה מברך ער התורה ושוב אינו מברך ברבת התורה בביה״ב. (In unserem M. V. fehlen die Vorschriften über ברבת התורה). Schemaja aber erzählt von Raschi das Gegentheil. Jehuda aus Paria in seinem Tossaphofc zu Berachot (in ברכה משולשת folio4a) schreibt: ואמנם בפסקי ה״ר שמעיה תלמידו של רבינו שרמה דאיתי שבתב על רבעו שלמה ז״ל כשמשני ם רבי לעסוק בתורה מברך ברכת התורה ובשהולך אחרי בן לבית הבנסת ואומד ברבות ופסוקי דזמרה חוזר ומברך . . .. Dasselbe bringt im Namen Schemaja’8 I8aac aus Wien (Or Sarua I, 23b}, der ein Schüler Jehuda’8 war.