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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1897-01-01 · Heft 6 · p. Seite 287

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
41 (1896-1897)
Issue
Heft 6
Article
[Rezension]
Date
1897-01-01
Page
Seite 287 (sequence 3)
Language
German
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Besprechungen. 287 der gefälschten Verne griechischer Dichter wein, die man früher dem Äristobul zuschrieb. Schürer setzt diesen jüdischen Falscher noch in das 3. Jahrhundert vor Christus, also ganz kurze Zeit nach dem echten Hekataeus. Ist es denkbar, dass um diese Zeit eine so unverschämte Fälschung verübt werden konute? Abgesehen davon spricht entschieden gegen Schürers Ansicht der Umstand, dass die Bruchstücke bei Josophus durchaus den Eindruck der Echtheit machen, wie Schürer selbst tlieilweise zugesteht, und die Anschauungsweise und Gesinnung, die sich in ihnen kuud giebt, ganz im Einklänge steht mit der Schilderung der Juden iu dein sicher echten Fragmeut bei Diodor. Josephus hat jedenfalls von solchen Fälschungen nichts gewusst und seine Citate dürfeu mit den gefälschten Machwerken, die den Kirchenvätern Vorlagen, in keiner Weise zusammengewürfelt werden. Bedenket! gegen die Schtirer’sche Ansicht äusserte schon Schlutter, Zur Topographie und Geschichte Palaestinas (Calw u. Stuttgart 1893) S. 333 fl'. Indessen war die Art, wie er die Echtheit der Fragmente zu beweisen versuchte, ungenügend und wenig überzeugend. Dagegen hat neuerdings A. Elter iu einem Bonner Universitätsprogramm (1895) unwiderleglich nachgewiesen, dass das Machwerk eines falschen Hekataeus, au« dem Clemens Alexandrinus gefälschte Verse des Sophokles anführt, erst kurz vor der Zeit des Clemens entstanden sein kann, während die Bruchstücke, die Josephus anführt, aus dem echten Werke dos Hekataeus stammen, Den eigentlichen Anlass zur Verdächtigung der von Josephus überlieferten Fragmente gab die Art, wie Josephus den Hekataeus citirt. Er sagt von ihm (c. Ap. I 22): 'Exatatb; fie 6 י Aß8r1p1Tr,; ... 05 ^orpepyw;, aUa 4izzpi ocjt(0v ,lo’üöoutov oxj'ftiypoL'fz ßißXtpv, e£ 05־ J05/01100. x£9aXa1<05ß; evia T(0v eipr(p.£vwv. Und an einer anderen Stelle, wo er von Abraham spricht (Ant. I 7, 2): p,vruuov£־j£t dh 7 (\0ד:arpoc qpißv ’Aßpdqjiou Brtpc.)c77öc .״ . *ExavaTo; 8e xat vou pvr^^vai 7:X£0v tt TWftoiT.xsv■ ßißXtov ya׳p irept «5705 aav- Ta$ajj1£voc xaT£׳Xt7:£. Elter zeigt, wie diese Aeusserungen des Josephus verstanden werden müssen. Er sieht mit Hecht in den Worten nur eine ungenaue Ausdrucksweise, die später missverstanden wurde. Josephus stelLt Hekataeus in Gegensatz zu den anderen griechischen Schriftstellern, die er vorher genannt hat. Während, alle diese nur beiläufig der Juden Erwähnung thun, gab Hekataeus eine ausführliche Schilderung der Juden (die mit Abraham begann), die ein ganzes Buch (oder einen ganzen Abschnitt) seines Werkes über Aegyptiscbe Geschichte ausmachte. Hekataeus that also nichts anderes als was nach ihm Apion und Tacitus u. a. gethan haben: er gab an der Stelle seines Ge- Schichtswerkes, wo er auf die Juden zu sprechen kam, einen längeren Excurs über jüdische Geschichte und Koligion. Nur Missverstand hat aus den Worten des Josephus herausgelesen, dass Hekataoua eine eigene Schrift 7sepl *IouSaüov oder gar nzp\ ,Aßpdjjtou verfasst hat, ebenso wie man aus Apions polemischer Charakteristik der Juden, die in den AlyurtTtaxd stand, eine besondere "Schrift xava 'IouSauov 'gemacht hat (Giern. Alex. Strom. I 21, 101: vgl. dagegen Schürer Gesell, d, jüd. _ Volkes II 780). So kam man dazu, das von Josephus benutzte Werk mit dem falschen Machwerk, das die Kirchenväter citiren, zu identificiren und die Bruchstücke bei Josephus für unecht zu erklären. Wenn ■Origenes c. Gels. I 15 berichtet, dass schon Herennius Philo aus Byblus (Anfang des 2, Jahrh. n. Chr.) das Buch des Hekataeus rapt ,[oußoucov wegen der sich darin kundgebenden judenfreundlichen Gesinnung ver- •dächtigt habe, so kann Herennius Philo sehr wohl die Schilderung der

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