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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1897-01-01 · Heft 6 · p. Seite 288

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
41 (1896-1897)
Issue
Heft 6
Article
[Rezension]
Date
1897-01-01
Page
Seite 288 (sequence 4)
Language
German
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288 Besprechungen. .Judo 11 in dom echten Werke de« Hekataeus gemeint haben: die Worte Exaiaw’j too bropizoo ׳yepeTai ~ep\ ’Io־j8a׳'o>v ji'.pXiov rühren wohl nicht von Philo her. sondern sind aut‘ Kechnung des Origenes zu setzen, der übrigens diese Aeusserung in einem 5'jyYpajjijj.a des Philo nspi 'I0’j8au׳>v gefunden haben will, das es in Wirklichkeit gar nicht gab (Philo haudelte über die Jude•׳! in seiner Phönicischen Oeschichte). Die ganze Nachricht ist in der Fassung, wie sie bei Origenes vorliegt, sehr vordächtig. In keinem Falle darf man dariu einen Beweis dafür sehen, dass zur Zeit des Herennius Philo bereits unter dem Namen des Hekataeus ein gefälschtes Buch nept *IooSawov umlief. Vennuthlich haben gerade jene Worte des Josephus einem christlichen Fälscher des 2. .lahrhimderts n. Chr. Veranlassung gegeben eine solche Fälschung auzufertigen und unter der Firma des damals längst vergessenen Hekataeus die falschen Verse griechischer Dichter zu verbreiten. Diese ganze Fälschung ist also nicht das Machwerk eines hellenistischen Juden des 3. Jahrhunderts vor Chr., sondern ein Produkt der christlichen Apologetik des 2. Jahrhunderts nach Chr. ז) Der sorgsame Fleiss, mit dem das zerstreute Material zusammen־ gebracht ist, verdient alle Anerkennung. An Vollständigkeit lässt aber die Sammlung docli manches zu wünschen übrig. Unter den Bruchstücken des Celsus (S. 107 f.) fehlen z. B. die Stellen bei Origenes IV 30 41. 43. 44. 40. 47. 51. V 25. Eine grössere Anzahl übersehener Stellen weist 11. Willrich in der Berl. Philol. Wocheuschr. 1895 Sp. 987 nach. Bei der Correctur der griechischen Texte vermisst man die nöthige Sorgfalt, störende Druckfehler finden sich fast auf jeder Seite. Der Societe des etudes juives wünschen wir guten Erfolg und glückliche Fortsetzung des verdienstlichen Unternehmens. Breslau. Leopold Cohn. י) Beiläufig sei erwähnt, dass Elter zugleich die seit Vakkenaer viel behan* deite Aristobul-Frage zu einem glücklichen Abschluss gebracht hat. Bekanntlich hat man gewöhnlich die gefälschten griechischen Diclitervevse dem Aristobul zuge• schrieben, den man nach den Angaben der Kirchenväter, die ihn citiren, in die Zeit des Ptolernaeus VI Philometor (Mitte des 2. Jahrh. vor Chr.) setzt. Boeckh wi?8 einen Theil der Verse (die der scenischen Dichter) dem Pseudo-Hekataeus zu, Schürer erklärte letzteren für den Urheber aller Verse und behauptete, dass Aristobul die Verse aus dem Werke den Pseudo-Hekataeus entnommen habe. Vergeblich sina wiederholt Zweitel ausgesprochen worden gegen die Echtheit der Schrift des Aristobul, die nur von Kirchenvätern eitiit und vor Clemens* Alexandrinus nirgends, auch nicht von Josephus, angeführt wird. Ich erwähne aus neuester Zeit namentlich die Ausführungen von Joel (Blicke in die RWigionsgeschichte I 79 ff.), in denen nachgewiesen wird, dass diejenige Fassung des Orphischen Gedichts, die aut Aristobul zu* ruckgeführt wird, erst in' der Zeit zwischen Justin uud Clemens Alexandrinus entstanden sein kann. Auch Elter nimmt seinen Ausgangspunkt von dem Orphischen Fragment und zeigt in methodischer Auseinandersetzung, wie dieses von der einfachsten Form bei Justin an schrittweise verändert und interpolirt worden ist, und die. Fassung des sog. Aristobul als die allerjüngste angesehen werden muss. Elter stellt dann tu längerer Beweisführung mit musterhafter Klarheit alle Momente zu* summen, die gegen die Abfassung der Aristobulea im 2. Jahrhundert vor Chr. und ihren jüdischen Ursprung sprechen und auf ihre Entstehung in dem an Fälschungen so reichen 2. Jahrhundert nach Chr. Hinweisen. Pseudo-Aristobul wie Peeudo-Hekataeus sind von christlichen Fälschern zu apologetischen Zwecken in die Litteratur eingefübrt worden. Auch Aristobul ist aus der Reihe der jüdisch •hellenistischen Schriftsteller endgiltig zu streichen. Unberechtigter Nachdruck aus dem Inhalt dieser Zeitschrift ist untersagt-

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