Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 41 (1896-1897)
- Issue
- Heft 6
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 282 (sequence 5)
- Language
- German
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282 Besprechungen. Tractats Edujoth Zeugniss ablegen. Scherira sagt: בכל השנים האלו בשישה דורות נתפרשו כל ההלכות שהיו תלויות בבתי מדרשות מאחרי ד,השטר הגדור שהיה בחרבן הבית ובו׳. Scherira theilt i!1 ungeschichtlicher Weise die ganze Tanuaimperiode in zwei ungleiche Abschnitte, deren erster das erste and theilweise zweite, deren zweiter die ganze übrige Tannaimzeit umfasst; er erkennt die Thatsachen, weiche sich bei der Edujothsammlung zugetragen haben nur theilweise. Sicher aber legt er dem Zeugenverhöre keine besondere Bedeutung bei und erwähnt ,,jenen Tag“ nur nebenbei, indem er die bekannte Berachoth-Stclle inhaltlich, aber nicht wirklich, wiedergiebt; denn seine Worte: כגון מסכתא עדיות דאתניה ביומא דאקמוה לרבי אלעזר בן עזריה דאמד בו ביום נשנו כל בו ביום ואף בו ביום נשנית עדיות sind vollkommen gleichbedeutend mit jener Berachotli-Stelle; und ebenso kann in die Worte des Aruch (8. v. בו ביום) nichts anderes hineingedeutet werden, als was wirklich darin liegt. Wir sehen aber sofort, dass Kl. hier einige der Grundideen JVs in leicht veränderter Form ausgesprochen hat. Er geht nun in seiner Untersuchung über die geschichtliche Ursache der Entstehung des Tractates weiter <S. 18) und sagt da einleitend: ,.Und es wurde dieses Werk bisher von keinem Historiker in seinem Werthe erkannt und gewürdigt. Edujoth nimmt eine derartige Stellung in der Mischnah ein, es ist ein Halachasammelwerk und bildet das Gegenstück zur Mischnahsammlung des Jehuda ha-Xassi “ ״In der geschiehtliehen Erfassung der Edujothsammlung liegt der Schlüssel zur Geschichte der Mischnah.“ In diesen lapidaren Sätzen, in welchen ja die Lösung des ganzen Problems f a st gelegen ist, e r k e n h t j e d e r s o f o r t wieder die Haupt- und Grundgedanken der Theorie D.’s. Kl. geht nun auf den Beginn der halachisch. Meinungsdifferenzen zurück; die Geschichte der Edujothsammlung (S. 29 tf.) führt aus in Gamliels I. Zeit und weiter. Die revolutionäre Erhebung gegen die Körner vereint mit den hochgeheuden Wogen der Streitigkeiten zwischen Schammaiten und Hiileliten zwingen zum Ausbau des Gesetzes, ohne von den politischen Schwankungen berührt zu werden, zur Ver- . leguug des Schauplatzes von Jerusalem nach Jabneh. Dort bildete sich bald eine Mittelpartei, die Chachamim; es musste ein modus vivendi gefunden werden; der Kampf der beiden Schulen musste in irgend oiuer Weise geschlichtet werden; es mussten Halachoth telujoth und kewuoth gesichtet und zum Gemeingut erhoben und auch die יחידים mussten befragt werden. ״Das «Produkt dieser Thätigkeit waren die Edujoth oder die Bechirta, jenes erste merkwürdige Ha- 1 achasammelwerk, das in mancher Beziehung Vorbild der späteren Mis chn ah 8 am m 1 u n g wurde.“ Abgesehen von der confusen Vorstellung, die Kl. hier über das Wesen der Synode erweckt und der doch nicht strict nachgewiesenen Stellung der Chachamim gelangt er zu dem angeführten Ergebnis», das — wir sehen es sogleich — das Endresultat der Dünnerschen Theorie ist. Nun geht Herr Kl. an die historisch-kritische Prüfung der Edujoth* Sammlung, wie wir sie nur noch in durcheinandergeworfenen Fragmenten besitzen. Das erste Fragment I, 1—3 behandelt die streitigen Halachoth zwischen Hillel und Schammai und diese werden durch die Mittelpartei (Chachamim) erledigt. [Hier wird die geistreiche Auseinandersetzung Diinners über מעשה שבאו שני גרדייש citirtj Das zweite Fragment I, 7—II beschäftigt sich mit Erledigung der Halachoth, über welche Beth- Schammai und Beth-Hillel divergiren. Die Chachamim traten wieder