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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1897-01-01 · Heft 6 · p. Seite 283

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
41 (1896-1897)
Issue
Heft 6
Article
[Rezension]
Date
1897-01-01
Page
Seite 283 (sequence 6)
Language
German
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Besprechungen. 283 in den Hintergrund. Die zweite Periode, in welcher das Edujothwerk fortgesetzt wurde, beginnt einige Zeit vor der Tempelzerstorung. derusalem war noch von Vespasian belagert, als R. Jochanan ben Sakkai den Schauplatz nach Jabneh verlegt. In dieser zweiteu Periode reihten sich Fragment 3 I, 12—14 und Fragment 4 IV und V 1 — 0 an die Sammlung. Das erstere behandelt vier Halachoth, über welche Beth-Schammai und Beth-IIillel divergiren. Die Partie der Edujoth III 1- 12 gehört ebenfalls in diese Periode; aus Gründen der Eintheiluug wird dieses Stück vorläufig ausgeschieden, ebenso wie in Fragni. 2, die Stücke V d—7 ausgeschieden wurden, trotzdem sie eigentlich dorthin gehören; es sollen nämlich zunächst die Stücke behandelt werden, über welche die beiden Schuleu Meinungsdifferenzen haben. Die Machlokoth haben mm eine neue Phase erreicht. Die Versuche, ein Compromiss herbeizuführen, sind gescheitert. — Die Machlokoth sind von den Plugtoth streng zu unterscheiden. Diese haben es mit der taunaitischeu Mischnah zu thun; die Debatten sind harmlos und blieben entweder unentschieden oder wurden durch Majorität entschieden. Die traditionellen Halachoth aber wurden als kostbares Gut angesehen; bei den Maehlokoth-Streitfragen war es nicht rathsam, dass sich Geringere einmengeu. Der alte Streit der beiden Schulen fand sein Ende unter Gamliel zur Zeit R. Dosa’s und R. Zadok?s und endete damit, dass die öffentliche Meinung (בת קוי) für Beth-IIillel entschied; die Partie in Fragrn. 4 (IV uud V, 1 — 5) enthält die Stücke, mit weldien die streitigen Satzungen der beiden Schulen abgeschlossen sind, .letzt erst konnte das Synliedrion daran gehen, mit der anderen Oppositionspartei, den Halachisten oder Einzelnen (יחידיש) abzurechnen. Der Kampf mit denselben hatte ja schon vor der Tempelzerstörung begönnen. Das fünfte Fragment ist Cap. V, fl, 7. In diesen vier Halachoth ist das älteste Stück der ״Zeugnisse“, der Anfang der protokollarischen Aufnahme der eigentlichen Edujoth zu sehen; dieses Stück ist auch das erste litterarische Fragment, das uns in die Geschichte der Streitigkeiten zwischen Einzelnen und der Mehrheit einführt : (vgl. Dünner 1. c. S. 72 ffj. Fragment 6 (Cap. III 1—12) gehört in die Zeit nach der Zer- Störung des Tempels unter R. Joch, ben Sakkai; es sind zum Theil Tempel- und Reinheitsgesetze. (Vgl. Büehler ״Priester und Cultus etc.“ S. 24 ft’.). Weitere Partien aus seiner Zeit kommen in Edujoth nicht vor. Die eigentliche Epoche der Edujothsammlung fällt in die Zeit Gamliels II. Unter ihm war es, da R. Elieser ben Hyrkanoa der bedeutendste Halachaträger war. Sie waren Rivalen. Die Stellung der beiden schildert Kl. ausführlich, um die Katastrophe begreiflich zu. machen, welche ja eigentlich den Ausgangspunkt seiner Untersuchung bildet. Hier sagt Kl. recapitulirend: ״Wir zeigten im Eingänge, dass jene alte und allgemein recipirte These, dass Edujoth am Tage gelehrt und redigirt wurde, an welchem Gamliel seine Würde niederlegen musste, vor der kritischen Sonde nicht bestehen könne.“ — Das hat doch bekanntlich Dünner bis zur absoluten Klarheit nachgewiesen!! — Er sagt weiter: ״Nachdem der Kampf mit R. Elieser beendet war, ging die Versammlung daran, mit den zweifelhaften Halachoth in8 Klare zu kommen; zu diesem Zwecke wurde eine Synode anberaumt zur Aufnähme oder Redaction der Edujoth.u (Schluss folgt.)

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