Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1897-01-01 · Heft 6 · p. Seite 280

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
41 (1896-1897)
Issue
Heft 6
Article
[Rezension]
Date
1897-01-01
Page
Seite 280 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2829132-2829696-2829703-2880522--27762-2880573
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

280 Besprechungen. Bloch'), Hildesheimer* 2 3 * * * * 8), Sc h w a r /. ’) als sicher angenomzueu. Die Theorie Düuners muss als bekannt vorausgesetzt werden, doch möchte ich dem Leser empfehlen, dieselbe noch einmal genau zu durchforschen, Hat ,jemand die Absicht, die Dünner ,.sehe Theorie neuerlich zum Gegenstand einer Untersuchung zu machen und, durch sie angeregt, den Traeta.t Edujoth neuerdings von Grund auf zu durchforschen, so kann er gewiss die bei Dünner so überaus zahlreichen Winke. Andentungen und historischen Hinweisungen eingehender und weitschweifiger behandeln und hat reichlich Gelegenheit scheinbar Neues zu producireu : Wichtiges und fiir die (tes c 11 ie ht e d e s Wesen8 und U rsprnuges unseres Tractates Ausschlaggebendes wird sich aber nach Dünner kaum mehr finden lassen. Höchstem kann durch Breite der Schein völliger Originalität erweckt werden. Auch dieser Schein trügt. Und doch hat es neuerdings ein Forscher versucht, Edujoth aufs Neue zu bearbeiten. Ich war eben damit beschäftigt, die Theorie Dvinuer’s gründlich zu studieren und an der Hand des gesarumteu halachischen Materials zu sichten und eventuell die bei D. angedeuteten historisch-kritischen Momeute auszuarbeiten — wobei sich mir die Ueberzeugung mit Macht aufdrängte, dass, ohne Ueberflüssiges zu sagen, eine neue Theorie nicht entwickelt werden könne — als mir das in der Ueberschrift genannte Buch l)r. Klägers zukam. Sofort bemerke ich, dass Herr Klüger die Theorie Diinners eifrig studirt und fraglos die Aufstellungen dieses Forschers vollkommen er- Zufalls sind; vielmehr ist dies ein Beweis dafür, das unser T1*. Edujoth nur einen!heil der alten Sammlung reprüsentirt, aus der eine bestimmte Zahl von Halachoth ausgewählt wurden. (Vielleicht rührt daher der Name «בהירת, Berachot 27a) (a. a, O. S. 50, Amn. 1). *) Einblicke in die Gesch. d. Entstehung der talinud. Litt. S. 37, 38. ״Die Synode zu Jamnia, von-deren Veranlassung diese Boraitha (Sabb. 138b) mit geringer Abweichung von Tos. Edujoth I, 1 berichtet, wollte den Gefahren eutgegentreten, welche aus den stets sich mehrenden Scimlditfercnzen der Sehammaiten und Hilieliten der Halac-haeinheit und der religiösen Praxis drohten. Um eiue Spaltung zu verhüten, mussten die Ditferenzen eingedämmt und auf ein möglichst geringes Maass reäucirt werden. Zu diesem Behufe wurden jene 3n Edujoth gesammelten Zeugnisse von der Syuode veranlasst, um dem weiteren Ausspinnen der Differenzen ein ״Halt״ znzurufen. Die Schulen Schammais und HilleLs haben in der That eine Zersetzung des .Tudenthums als drohende Wahrscheinlichkeit klar genug erblicken lassen, nur der energievolien That des zweiten Tannaimgeschlechts war es zu danken, dass der Process unterbrochen wurde. 2) I8r. Monatsschrift, Jakrg. 1896, Nr. 2 behandelt nur Edujoth I, 3-6. 3) Die Controverseu der Sehammaiten und Hilleliten, S. 4. 22, Anm. 2. 23, Anm. 3 uud bes. 71 ff. — Merkwürdig ist, dass alle vier im Text erwähnten Forscher, wie aus den angeführten Stellen ersichtlich ist, Dünners Ansichten recipiren, ohne diesen auch nur zu erwähnen. Dünners Abhandlung muss demnach entweder ganz in Vergessenheit gerathen sein, oder seine Ergebnisse sind derart Gemeingut geworden, dass man ihre Provenienz als allgemein bekannt voraussetzt.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.