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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1897-01-01 · Heft 6 · p. Seite 279

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
41 (1896-1897)
Issue
Heft 6
Article
[Rezension]
Date
1897-01-01
Page
Seite 279 (sequence 2)
Language
German
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Besprechungen. 279 stellen. Graetz hat (Gesell. IV. S. 32 ff.) ebenfalls über diesen Tmctat gesprochen und war auf dem richtigen Wege, auerkenuenswerthe Ilesultato zu erzielen, doch auch er verharrt, folgend den Spuren Kapoports und Kroehmals, in dem Irrthum, dass diebekanutelierachotstelle zur historischen Erklärung des Tractates völlig ausreiche. Wir sehen also, dass keiner der bis nun genannten Forscher, den geschichtlichen Thafcsachen entsprechende Ergebnisse zu Tage gefördert hat. Ein ernster Blick auf den Inhalt des Traktates hätte alle Autoren davon überzeugen müssen, dass besagte Notiz wohl auf diese Halachasarnmlung irgoud eiue Beziehung habe, jedoch deren Wesen und Ursprung keineswegs erschöpfend erkläre. Bis zum Jahre 1800 also hat die Forschung keine Klarheit in diese Dinge gebracht. Merkwürdiger Weise hat auch Frankel in seinen epochemachenden Werken nirgendwo den fallen gelassenen Faden wiederaufgenommen; er citirt gelegentlich — und diese Gelegenheit bietet sich naturgemäss sehr oft — die Halachoth aus Edujoth, die Gesammtsammluug jedoch unterwirft er nicht seiner sonst überall hingelangeuden Kritik und historischen Beleuchtung. Frieilmauu hat im Jahre 1805 (im ״Bethamidrasch“) in einem Aufsatze ״Kothle beth ha-midrasch“ einen vielverheisseuden Ansatz zur Lösung gemacht, doch es ist bei diesem geblieben. Der erste, welcher der Edujoth - Frage ernstlich an den Leib rückt und das Problem von allen Seiten ־.infasst, ist Dünner. (Frankel-Graetz 1871, S. 88 ff.); er stellt eine vollstendi ge Hypothese auf, die im Laufe der Untersuchung durch die Vorsicht und de 11 Tiefgang der Kritik zur hoch st. wahrsch ein liehen Theorie her an reift. Den ältesten Commcntatoreu scheint es, wie gesagt, nicht zweifelhaft gewesen zu sein, dass der Stoff des ihnen vorgelegenen Edujoth-Tractats aus den verschiedenen Mischnah- Ordnungen, respective Boraitoth, künstlich zusammengetragen sei; das beweisen ihre jeweiligen Bamerkungen zu den verschiedenen Halachoth, die stets auf andere Orte, als die primären Grellen hinweiseu. Diese Ansicht der Alten theilt auch bowy in seiner bokaunton Schrift über die Mischnah Abba Sanis (S. 12 ff.), woselbst er den ernsten Versuch macht, die Nichtoriginalitüt von Edujoth kritisch zu beweisen. Diese Ansicht erweist sich, wie mir scheint, als irrig; gegen sie nimmt iibrigens Schwarz (Controversen der Schammaiten und Hilleliten) entschieden, und zwar, wie ich glaube, mit Erfolg Stellung. I)ie von ihra dortselbst angeführten Gründe sind stichhaltig, obwohl auch er sich nicht auf eingehende Prüfung sämmtlicher in Eduj. überlieferten Halachoth in Vergleich zu den Parallelstellen einliisst. Eine solche Schritt für Schritt fortschreitende, ruhige Untersuchung ergiebt nämlich mit absoluter Sicherheit die Priorität von Edujoth. — Diese Thatsache wird übrigens auch von den neueren Forschern (nach Dünner) so z, B. von Hoffmann1), J) Die erste Mischnah u. 8. w., S. 49 ff. ״Diese (Edujothsammlung) hatte ursprünglich wohl alle zweifelhaften Halachoth enthalten. Unser Tr. Edujoth enthält nur eine Auswahl aus jener Sammlung. Wahr* scheinlich waren in der alten Sammlung auch alle Controversen von Beth Schamraai und Beth Hillel enthalten. E. Jehuda ha-Nassi hat dieselben auf die entsprechenden Tractate vertheilt und in Edujoth nur die p'2 מקולי ב״ש ומחומרי nach den verschiedenen Relationen der späteren Tannaim aufgenommen״ [H. zählt dann die Halachoth in Edujoth auf). pDie sämmtlichen Halachoth (ausser den מקולי ב״ש) sind hundert. Es ist kaum anzunehmen, dass alle diese runden Zahlen ein Werk des

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