Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 41 (1896-1897)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Eine bisher unbekannte dem Bachja Ibn Pakuda zugeeignete Schrift
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 253 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Eine bisher unbekannte dem Bachja. Ibn Pakuda zugeeiguete Schrift. .£53־ dem Körper und dessen Accidentien gehört er der unteren Welt an. Der menschliche Körper ist dem natürlichen Spluirenkörper, der Geist des Menschen dem Sphärengeist und die Einwirkung der menschlichen Seele auf den menschliehen Körper der Einwirkung der Sphürenseeie auf den Sphärenkörper zu vergleichen. Wie die Sphärenseele <11*111 Sphärenkörper in der Zeit vorausgeht, so geht auch die, menschliche Seele dem menschlichen Körper in der Zeit voraus. Der Körper des Menschen ist zwiefacher Art: erstens der den Sinnen wahrnehmbare Körper und zweitens die Pflanzen־ und die Thierseele, die der Erde entstammend1 2), gewisserm assen den Körper für die Vernunftseele dar stellen־). Bevor die Seele zur Vereinigung mit dem Körper gelangt ist, hat sie alle Sphären des Seins durchwandert und durch deren Einwirkung die mannigfachsten Umhüllungen angenommen, so dass sie bei ihrer Vereinigung mit dem Körper, in die Finsterniss der Materie versenkt, ihr Licht verdunkelt und ihre Erkcnntniss (‘ingelnisst hat3). Manchmal verweilt die Sech‘, ehe sie auf Gottes Geheiss zum Menschen gelangt, längere Zeit in einer bestimmten Sphäre, dann wird diese Sphäre (.,inen stärkeren und mächtigeren Eindruck auf sie machen als die anderen Sphären, durch die sie schnell hin- .durchgegangen ist. Daher kommt es, dass bei manchen ]Menschen der Eindruck einer bestimmten Sphäre, wie des Saturn, des Jupiter oder des Mars, stärker als bei anderen Menschen hervortritt. Alle Verschiedenheit in den Wirkungen und Strebungen der einzelnen Seelen kann eben nur von den Eindrücken herrühren, die, sie von aussen erfahren haben, denn als Emanationen Gottes, dessen Wesen jede Vorschiedcnheit ausschliesst, können auch sie ihrem Grund und Wesen nach nicht verschieden sein. Indem die Seele durch den Sphärenkörper hindurchgeht, nimmt sie gleichsam eine sphärische Hülle an; sie verkörperlicht sich dadurch, dass sie Etwas von der Körperlichkeit des Spharenkörpers in sich aufnimmt, was in noch höherem Maasse bei der Sphäre der vier Elemente geschieht, durch deren Einwirkung die Seele so verkörperlicht wird, dass sie auch von den Sinnen wahrgenommen werden kann4). Es ergeht der Seele in dieser 1) S. 81. 2) S. 24. 3) S. 74. 4) Hier wird, wie es scheint, die Seele mit dem Menschen überhaupt identificirt.