Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 41 (1896-1897)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Eine bisher unbekannte dem Bachja Ibn Pakuda zugeeignete Schrift
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 252 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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£52׳ Kae bisher imbekamite dein Bachja Ibu Pakuda zugeeignete Schrift. wo sie sich mit der Natur berührt, hat sie die Eigenschaft, der Natur. Die dritte Substanz nämlich ist die Natur. Diese drei Wesen sind einfache Substanzen, die, eine der anderen folgend, die Emanation des Schöpfers und seinen Willen weiter fortpflanze ו und die Gesetze der güttlicheu Weisheit den Welten mktheilen, so dass der Wille Gottes in dieser und in jenen• Welt zur Verwirklichung־ gelangt. Die vierte Substanz ist die Materie oder OXv;, die mit der Finsterniss im Bericht über den ersten Sehöpfungstag identisch ist. Die Materie ist nicht unerschaöen oder ewig1); es kommen ihr ursprünglich weder Wirkung, noch Bewegung oder Leben zu; sie hat aber die Kraft, diese in sich aufzunehmen Alis ihr stammen alle körperlichen Geschöpfe, die der Aufnahme von Aecidentien zugänglich sind. Indem die Materie ■die Formen in sich aufnimmt, wird der Charakter der Stofflichkeit, der Schädlichkeit und Dunkelheit, dev sich allen aus ihr zusammengesetzten Dingen mittheilt, gemildert und gemindert. Die fünfte Substanz ist der Sphärenkürper, der die Aecidentien der Drehung und Bewegung annimmt. Die sechste Substanz wird durch die ־Körper der Sterne dargesteilt, die leuchtend und glänzend sind, weil sie den ersten und einfachen Substanzen, die nicht in Zeit und Kaum geschaffen sind, nahe stehen. Die vier folgenden Substanzen sind die vier Elemente: Feuer, Luft, Wasser und Erde. Diesen durch Emanation aus Gott hervorgegängenen Wesen folgen die durch Zusammensetzung entstandenen Dinge: Minerale, Pflanzen, Thiere und zuletzt der Mansch. Als das letzte aller Geschöpfe trägt der Mensch in seinem Wesen die Spuren und Einwirkungen aller anderen Schöpfungsbereiehe in sich2). Sein Körper ist aus den vier Elementen zusammengesetzt; mit dem Körper verbindet sich die Seele, die geistige Intelligenz, die als eine Emanation des göttlichen Lichtes sich'auf den Menschen herniederlässt und ihn zur Erkenntnis Gottes befähigt3). Das wahre Wesen des Menschen besteht in seiner Seele, denn nur durch die vernünftige Seele stellt sich uns der Mensch als ein geistiges Gebilde dar, während er ohne sie von dem Mineral und dem Thiere nicht wesentlich verschieden wäre. Im ]Menschen sind zwei Welten vereinigt; mit der Seele und der Vernunft gehört der Mensch der oberen oder der Geisteswelt, mit ף S. 79. 2) S. 70—73. ף s. 33.