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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1897-01-01 · Heft 6 · p. Seite 248

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
41 (1896-1897)
Issue
Heft 6
Article
Eine bisher unbekannte dem Bachja Ibn Pakuda zugeeignete Schrift
Date
1897-01-01
Page
Seite 248 (sequence 8)
Language
German
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Eiue bisher unbekannte dem Baclrja Ibn Pakuda zugeeignete Schrift. Einzeiehnen <10r Buchstaben und Zahlen in die Luft1), die Lehre von der Allgegenwart Gottes vermittelst der feinen Luft-) und die Lehre von der Herrlichkeit Gottes oder den Lichtgestalten, in denen Gott sieli dem Menschen offenbare11). Sehr auffallend ist es, dass das Hauptwerk Saadia’s, sein Amanät, nicht nur nicht erwähnt, sondern auch kaum an irgend einer Stelle benutzt wird4), obgleich doch gerade dieses Buch dem Verfasser die mannigfachsten Anregungen hätte bieten müssen. Aus dem Gebieteder nicht jüdischen Litteratur haben wir neben der Lehre der Magier und den Oitaten aus Ihn Sinas Schriften nur noch die Lehrmeinung eines Schulhauptes der Mutnzila und die eines Sehulhauptes der Mutakuliinun erwähnt gefunden. In der Seelenlehre, so wird im ersten Kapitel unserer Schrift ausgefülirt, sind zwei Hauptrichtungen zu unterscheiden, die eine ist die der Naturforscher und die andere die der Metaphysiker. Nach der Lehre der Natur־ forscher ist die Seele nur ein Schmuck des Körpers, ein aceidentieller Zustand, der von dem Stoff des Körpers getragen wird und auch mit dem Körper wieder vergeht. Nach der Lelm‘ der Metaphysiker dagegen ist die Seele eine geistige Substanz, die vor dem Körper entstanden ist und nach der Zerstörung des Körpers forthesteht, so dass eiue Zerstörung der Seele überhaupt undenkbar ist. Während die Lehren der Metaphysiker zumeist aus der Thora geschöpft sind, stehen die ihnen entgegengesetzten Lehren der Naturforscher mit den Lehren der Thora meist im Widerspruch. Von den Bekennern dm* geoffenbarten Religionen huldigen fast alle den Lehren der Metaphysiker vom Wesen der Seele; eine Ausnahme machen allein unter den Muslimen die mutazilitische, von Abu Hasehim Ibn Gubbäi gestiftete Sekte der öubbäija und unter den Juden die Sekte der Ivaräer5). Wird diese Ansicht von dem' Verfasser als der Lehre der Bibel widerstreitend zurückgewiesen, so ertheilt er dagegen der Ansicht eines Schulhauptes der Mutakalimuu unter grossen Lobeserhebungen und in feierlichster Weise seine Zustimmung. Es ף s. 9. 12. ף s. 13. 14. 3) S. 14. 68 fg. 4) Die gleiche Interpretation von Kobel. 3, 21 Ln unserer Schrift (S. 80) und bei Saadia (Emuuot VI, S. 96, ed. Slucky) erklärt sich wohl aus einer Benutzung von Saadia’s exegetischen Schriften. י) S. 4—5.

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