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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1897-01-01 · Heft 6 · p. Seite 246

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
41 (1896-1897)
Issue
Heft 6
Article
Eine bisher unbekannte dem Bachja Ibn Pakuda zugeeignete Schrift
Date
1897-01-01
Page
Seite 246 (sequence 6)
Language
German
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246 Eine bisher unbekannte dem Bachja Ibn Pakuda zugeeignete Schrift. 51ng<‘l1örcn. Ein früherer Zeitpunkt ist ausgeschlossen, weil der Verfasser bereits die Schriften des im Jahre 1039 gestorbenen Ibn-Sina kennt1), wenn er auch in der Eintheilung der Seelenkräfte ebensowenig wie der Verfasser der ..HerzenspHichten״ dem berühmten arabischen Philosophen folgt‘2). Ebenso findet sich in unserer Schrift ein Citat aus dem 3Iegillat Setarim des Nissim ben Jacob aus Kairuan 3), der im Jahre 1037 noch gelebt hat4). Später als in der zweiten Hälfte des elften Jahrhunderts aber kann der Verfasser unserer Schrift nicht gelebt haben, da er nicht einmal die Philosophie Gabirols mehr zu kennen scheint, die er doch als seinem Anschauungskreise so nahe liegend nicht ignorirt haben würde 5 *). Aus dem G(‘biete der jüdischen Litteratur werden in unserer Schrift neben Bibel und Talmud nur nocli das Oitat aus Nissim hon Jacobs Megillat Setarim und einige Schriften Saadia’s angeführt.־ Von den bibelexegetiseheu Schriften Saadia’s finden wir die Kommentare zu Exodus und Leviticus f>) und den Kommentar zum Buche Hiob7) erwälmt. Höchst interessant ist die Bemerkung, die sieh auf Saadias Schrift gegen Cliiwwi Albalchi bezieht8). Im dritten Kapitel unserer Schrift soll nämlich der Nachweis geführt werden, dass unter der Finsterniss im biblischen Bericht über den ersten Sehöpfungstag nicht die gewöhnlich(‘ Finsterniss, das blosse Fehlen des Sonnenlichtes, zu verstehen sei, sondern *) S. 5. 29. *) Vgl. Kaufmann, Theologie des Bachja Ibn Pakuda, Wien 1874, S. 15. Damit entfällt der von Kaufmann geführte Beweis, dass Bachja den Ibn Sina nicht gekannt habe, weil er ihm in der Eintheilung der Seelenkräfte nicht gefolgt sei.;1) S. 19. Dass Goldenthal bereits im Jahre 1847 den ״Schlüssel“ des R. Nissim veröffentlicht hat, ist Herrn Broyde unbekannt geblieben, wie aus der Anmerkung zu diesem Citat hervorgeht. 4) Vgl. Kapoports Biographie des R. Nissim, Bikkure ha־Ittim 12 S. 11; Michael, Or.ha-Chajiia, S. 060; Steinschneider, Hebr. Uebersetzungen, S. 932. r׳) IVo unsere Schrift sich mit Gabirol berührt, haben beide aus neuplatonischen Quellen geschöpft. In der Stellung, die der Materie angewiesen wird, folgt unsere Schrift nicht Gabirol, sondern der sögenannten aristotelischen Theologie oder den lauteren Brüdern. Der Parallelismus zwischen Badhja’s und GabiroTs Schriften, deu Broydd aufstellt (hebr. Einleit,, S. 9), entbehrt jeder wissenschaftlichen Begründuug. ף s. 08. ף S. 18—19. 87. ף s. 20.

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