Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 41 (1896-1897)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Eine bisher unbekannte dem Bachja Ibn Pakuda zugeeignete Schrift
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 245 (sequence 5)
- Language
- German
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Eine bisher unbekannte dem Bachja Ibu Pakuda zugeeign.ete Schrift, 245־ denjenigen Anschauungen ab, die liier wie dort auf dieselbe. Quelle, z. B. deu Xeuplatonismus, zuriickzufiihren sind, so beschränkt sich das Uebereinstimmende auf einige wenige Aussprüche, die, dem Anschauungskreis(‘, jener Zeit äugehörend, sich ebenso gut auch bei anderen Schriftstellern nachweisen lassen. So z. IE die Bemerkung, die Gotteserkennt• niss des Gläubigen bestehe darin, dass er sieh bewusst sei, das Wesen Gottes nicht erfassen zu können J), für die Bach ja sich in den .. I [erzenspiliehten־• ausdrücklich auf den Aussprach eines Weisen beruft‘2). Ebenso verhält es sieh mit der Bemerkung,, dass die Philosophie in der Selbsterkenntniss bestehe3); sie wird gleichfalls von Bachja in den ,.Herzcnsptlichten״ als Citat angeführt4 *). Nehmen wir noch hinzu, dass unsere Schrift in der Auslegung derselben Bihelstellen vielfach von den ״MerzenspHiehten1־ abweioht :b, so glauben wir, den Beweis erbracht zu haben, das sich die Autorschaft Bachjas für unsere Schrift kaum aufrecht erhalten lasse. Was aber den Abschreiber oder dessen Gewährsmann darauf gebracht hat, unsere Schrift dem Verfasser der ״Ilerzonspflichten“ zuzueignen, mag vielleicht der Umstand gewesen sein, dass der bekannten, in allen Ausgaben der rIIerzens|)tlichtcu*; abgedruckten Toehaeha des Bachja Ihn Pakuda der Psalmvers כרכי גפ׳צי אח voraugestellt ist, was zu einer Verwechselung mit dem an denselben Vers sieli anleimenden Lehrgedicht gerührt hat, als dessen weitere Ausführung, wie wir gesellen haben, unsere Schrift sich darstellt Hat sich auch die Autorschaft des Bachja Ihn Pakuda für unsere Schrift als unhaltbar erwiesen, so bietet sie doch des Interessanten genug dar, um ihr trotzdem unsere Aufmerksamkeit zuzuwenden. Was die Zeit ihrer Abfassung betrifft, so mag sie nicht viel jünger als die .. Herze nsptl ich teil“ sein6) und etwa der zweiten Hälfte des elften Jahrhunderts 0 תורות הנש־ט. S. 1. Horzenspfl. I, cap. 10. S. 74 (ed. Stern. Wien 1850). 2) Vgl. Mose Ibu Esra. Zion II. S. 186; Abraham Ihn Daud, Emuna Kama, S. 56; Kaufmann, Attributeuiehre S. 444, Anmerk. 127, 3) ת״נ S. 3. 06. Herzenspft. II. cap. 5. S. 100. 4) Vgl. Gabirol, Falaquera’s Auszug I, ■§ 1. (Fons vitae, ed. Baeumker, S. 4); Falaquera's Mebakkesch, S. 47 a; Algazali מאזני צדק, S. 28; Encyclopädie der laut. Brüder, Diefcerici NaturanscLi.. S. 21—162. Batlajusi, העונדות הרעיוניות (ed. Kaufmann, Budapest 1880), S. 27. r>) Vgl, zu Jes. 48, 13 ת״נ, S. 12 und Hzpü, I, cap. 7; zu Jes, 45, 7 זר\נ S, 15 und Rrzpfl. III, cap. 8; zu Spr. Salom. 18, 14 ת״נ, S. 84 und Hzpfl. VI1L cap. 3. ü) Vgl. Rapoport, Biographie des R. Natan, Biclmre ha-Ittim 10 Anmerk. 40; Graetz, Geschichte der Juden, VI3, 8. 40.