Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 41 (1896-1897)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Eine bisher unbekannte dem Bachja Ibn Pakuda zugeeignete Schrift
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 244 (sequence 4)
- Language
- German
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244 Kino bisher unbekannte dem Bachja Ihn ^Piikudii zugeeignete Schrift. wie er sie weder lud einem seiner Vorgänger, noch bei einem seiner Zeitgenossen will gefunden haben. Ferner batte er die verschieden(*!! Namen, mit denen die Seele bezeichnet werde, zu cruiren versucht und die Ueberein.stimmung seiner Anschauungen mit denen der Schrift und der Tradition nachgewiesen, Die zweite Schrift muss sieh, wie schon der Titel bekundet, mit den Fragen der Kosmologie beschäftigt, und auch einzelne der in der vorliegenden Schrift behandelten Fragen umfasst haben, die aber dort in noch ausführlicherer Weise zur Erörterung gelaugt sind 1). Wir haben uns dem• nach in ihr eine Schrift von grösserem Umfange zu denken, l)a die erstgenannte Schrift, sowohl was die Anschauungen ידי ” יךי über das Wesen der Sech*, als was deren Namen betrifft, mancherlei Anfechtungen erfahren hatte2), so glaubte der Vorfasser, den Gegenstand noch einmal aufnehmen und in der vorliegenden Schrift, die gewissermassen (*inen Kommentar zu jener bilden sollte, die Dunkelheiten der früheren Dar- Stellung durch (*ine eingehendere Behandlung aufhellen zu sollen. Zu der Verschiedenheit des schriftstellerischen Charakters, wie er sieh uns in beiden Schriften darstellt, kommt noch ein arideres ]Moment hinzu. Wäre der Verfasser der ..Herzens]»dichten״ zugleich der Urheber unserer Schrift gewesen, so dürfte man erwarten, dass entweder in den -.Herzenspflichten“, wenn ihnen die anderen Schriften vorausgegangen sind, diese oder docli wenigstens eine derselben erwähnt würden, oder dass in unserer Schrift, wenn sie die jüngere wäre, der ..Herzenspflichten" Erwähnung geschäht*. Da weder das Eine noch das Andere geschieht, so dürfen wir auch darin ein schwerwiegendes Argument gegen die Annahme erblicken, dass unsere Schrift dem Verfasser der ,,HerzenspHichten“ ihre Entstehung verdanke. Gegen die Autorschaft Baclvja’s spricht ferner die völlige Verschollenheit, in die unsere Schrift gerathen ist. Eine von dem Verfasser der ..Herzenspflichten“ herrührende Schrift wäre wohl nicht so unbeachtet geblieben, dass sich in der gesummten Litteratur auch nicht die leiseste Spur von ihrer Existenz erhalten hat. Zu dem gleichen Ergehniss gelangen wir, wenn wir den Inhalt beider Schriften in'8 Auge fassen. Sehen wir von ') S. 89.?) Vgh auch S. 43, wo des Einwandes Erwähnung geschieht, dass die Vf eisen nur fünf und nicht wie hier zehn Namen der Seele aufge- »teilt hätten.