Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 41 (1896-1897)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Eine bisher unbekannte dem Bachja Ibn Pakuda zugeeignete Schrift
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 242 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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242 Eine bisher unbekanute dem Bachja Ibn Pakuda zugeeignete Schrift. nicht entgangen. Die ►Schrift in der uns vorliegenden Gestalt ist eine von Herrn Broyde angefertigte hebräische Uebersetzung des arabischen Originals, das uns, soweit bisher bekann! ist, mir in einer einzigen der Pariser Nationalbibliothek gehörenden Handschrift (No. 1340 fonds hebr.) überliefert ist. Wir hätten gewünscht, dass uns Herr Brovde, der als Schüler und Adnianuensis Derenbourgs wohl eine genügende Kenntniss des Arabischen besitzen mag, entweder das arabisch(‘ Original selbst, oder doch wenigstens eine zuverlässig(? Uebei•- Setzung in einer europäischen Sprache dargeboten hätte. Für die Veröffentlichung in einer hebräischen Uebersetzung lag in Anbetracht des Leserkreises solcher Schriften ein triftiger Grund nicht vor. Audi scheint mir der Herausgeber weder die für eine solche Aufgabe erforderliche Gewandtheit im hebräischen Ausdruck, noch eine ausreichende Konntniss des philosophischen Sprachidioms und der von den alten Uebersetzern eingeführten Terminologie zu besitzen1). Wir stossen bei der Lektüre auf zahllos(‘ Dunkelheiten, die das Verständniss erheblieh beeinträchtigen , die aber der Herausgeber ohne jede Bemerkung hingehon lässt, was uns zu der Annahim.‘ berechtigt, dass diese Dunkelheiten zum Theil wenigstens seiner Uebersetzerthätigkeit zur Last fallen. Eine Veröffentlichung des arabischen Textes hätte uns zudem in den Stand gesetzt, durch (* *ine Vergleichung mit dem arabischen Original der ..Herzcnspffiehten^ die Authentie unserer Schrift auch vom sprachlichen Gesichtspunkt aus prüfen zu können. Dt‘r Versicherung des Herausgebers, dass eine solche Vergleichung jeden Arabisten von der Autorschaft Bachjas überzeugen müsse2), können wir bei dem Mangel an kritischem Sinn, den er in seinen *sonstigen Ausführungen verräth, ein entscheidendes Gewicht nicht beilegen. Auf eine Polemik gegen die anderen Argumente, mit denen er die Autorschaft Bachja’s zu beweisen unternimmt, glauben wir verzichten zu dürfen. Der )Herausgeber ist — wir bedauern, dies aussprechen zu müssen — ohne genügende Vorbereitung an seine Aufgabe hernngetreton. Es fehlt ihm ebensosehr an wissenschaftlicher Methode wie an der unbedingt erforderlichen Ver- *) Wir verweisen, um nur ein Beispiel herauszugreifen, auf das im dritten Kapitel zweimal gebrauchte: פכר מזכותי (S. 21. 23), das gar keinen Sinn giebt, Wahrscheinlich ist im Original von einer die Staatslehre behandelnden Schiift die Rede, was mit פכר שדיני hätte wiedergegeben werden müssen. 7) Hebr. Einleit. S. XI, franz. Einleit., S. 16.