Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 41 (1896-1897)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Miscellen über Saadja
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 210 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2829132-2829696-2829702-2880449--27677-2880483- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
210 MisceUen über Saadja. sei: sie sollen zum Zeichen für נרעדים usw. dienen. Nun hängen die Tage (ימים) und Jahre (׳מנים) von der Sonne ab, folglich bleiben für den Mond nur die נרעדים übrig. l)a nun einerseits die Unterscheidung der Monate an einer anderen Stelle nieht erwähnt werde, und da andererseits der Mond nur die Monate . regulire, so müssen diese unter נרעדים verstanden werden. Dieser Name bedeute auch: das Zusammentreffen (die. Conjunotion) der Sonne mit dem Mond (ה“*ועד השמש עם חידה). Auch Num. 28, 11 könne für die hier vertretene Ansicht herangezogen werden, זאה עד‘“ חריט בהרימו heisse nämlieh: das ist das Ganzopfer eines Neumondes, wenn sieh der neue Mond erneuert. Ebenso folge diese ']Tatsache aus Ps. 101, 10, wo es heisst, dass der Mond für die נרעדים bestimmt sei. Nehme man an, מועדים heisse hier Feste, so folge, da die Feste mit den Monaten ■Zusammenhängen, dass diese durch den dang de$!Mondes bestimmt werden. Nehme man an. מועדים heisse liier Zeiten, so seien die!Monate, die ja auch Zeiten sind, ebenfalls hier gemeint. Die Worte aber יטמיט ידע מבואי deuten darauf hin, dass der!Mond die!Monate unterscheide. Der Vers wolle nämlich sagen: Gott schuf für die Monate den!Mond, der sie bei seinem Sichtbarwerden von einander unterscheide, bis nun die Sonne komme, und ihn verdrängt‘(?). Die Karäer führen noch andere Beweise an, so u. A. Ps. 89, 08, die aber nicht mehr hierher gehören. Es sei noch kurz erwähnt, dass Saadja besonders den Beweis aus Gen. 1, 11 energisch widerlegt. Wenn unter ו"1מיעדים, so sagt er, die Neumonde gemeint sein sollen, warum stellt denn dieses Wort, das doeh verschiedene Deutungen zulässt, und nicht das einfachere ולחדשים. In der That beziehe sieh das Wort וחיי in diesem Vers nieht auf die 1 liimuelsliehter, sondern auf Tag und Nacht. Demgemäss übersetzt er auch unseren Vers: 'שא אללח אן הבי; אנואי־י בי,גלד אלבמא והברד בין אלנחאר ואלליל ביבינאן איאוז יאיקאהא ואיאמא ובנין. Die Karäer verfehlen nicht, auch gegen diese Widerlegung und Deutung Saadja’s zu kämpfen.1) Wie wir nun also aus Ihn Esra erfahren, war es Ben Zuta, der zuerst diese Beweise aus Gen. 1, 11; Num. 28, 11 und Ps 104, 19 herbeigebracht und ausserdem sich auf die Benennungen: חריט האביב u. s. w. berufen hat. Es ist wohl >) Das hier erörterte Thema wiederholen viele Karäer in ihren Hibelcommentareu und Gesetzbüchern. Meine Darstellung beruht hauptsächlich auf Jeschua b. Jehuda's רבא nur ב־א (Ms. in Leyden, Cod. Warner 41, fol. 8(5—02; den Wortlaut des Textes hotte ich demnächst in einem anderen Zusammenhänge mitzuteilen, Vgl auch Ihn Esra’s Connn. zu Gen. 1, 1-J.