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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1897-01-01 · Heft 4 · p. Seite 176

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
41 (1896-1897)
Issue
Heft 4
Article
Zur Geschichte des Don Josef Nasi
Date
1897-01-01
Page
Seite 176 (sequence 8)
Language
German
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176 Zur Geschichte des Don Josef Nasi. de Mosso Cohen mit der Leitung dieser grossen Unternehmung, zu deren geschäftlichem Mittelpunkte natürlich Lemberg bestimmt ward. Jedoch entsprach der Erfolg durchaus nicht den gehegten Erwartungen. ״Die Lemberger möchten uns lebendig auffressen“, beklagt sich in demselben Jahre Mosze Cohen in einem Briefe an Mardochaj. Neid und Missgunst auf der einen und auf der anderen Seite der Umstand, dass die reichen Lemberger Kaufleute durch Vermittelung polnischer Gesandten oft eine besondere Erlaubniss für einen grösseren Weinexport vom Sultan erlangten, mussten es mit sich bringen, dass Mosze Cohen bald der ganzen Sache überdrüssig wurde und in dem Tone einer gewissen Resignation seinem Bruder seinen Gemüthszustand schildertJ): ״ . . . Ich kümmere mich um Nichts mehr, denn ich vertraue auf Gott; wenn ich nur ein Gewand und Brot haben werde, dann kümmere ich mich um Niemanden mehr, denn ich weiss, wras in der Welt vergeht, ich werde mich überall ernähren, und am Ende will ich nach Jerusalem fahren, um dort zu wohnen. Allo Deine Freunde sind Dir jetzt feindlich gesinnt1 2), sie möchten Dich vernichten, Dich plündern, die Steine gegen Dich anruten. Hätte ich nicht die Sympathie und die Gnade des Herrn Kanzlers3), der mich so sehr achtet, mich nicht als Kaufmann, sondern als einen der Nächsten seines Hauses ansieht, und mir daher vor allen Anderen einen Platz einräumt, würden dio Lemberger nicht die uns erwiesene Zuneigung ruhig mitansehen, sie hätten uns lebend aufgefressen . . . Diese unsere Hunde4) springen vor Neid, und verbreiten viel Böses über mich, allein dies Alles wird ihnen selbst anhaften/4 Wir sehen, dass der Verkehr zwischen den Lemberger und türkischen Juden kein besonders freundschaftlicher war, und so gehässige Worte, wie sie hier von den Juden eines Ls .. 's über die anderen gebraucht werden, sind charakteriouisc.h für das sogenannte ״Zusammengehörigkeitsgefühl41 der Juden zu jener Zeit. Es heisst in jenem Briefe ferner: ״Der Herr Kanzler will seine neu gegründete Stadt 5), die 1) Acta Judicii Civ. XVII, pag. 1177 (unter den Acten eines Processcs); s. auch W. Loziüski: Patxycyat, S. 52. 2) Man sieht, dass auch die LernbergeT Juden diesem Handels״ monopol eines Fremden, wenn auch eines Juden* nicht ruhig zusehen konnten. 3) Johann Zamojski. 4) Wahrscheinlich die Lemberger Juden. &) Zaraoäd.

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