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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1897-01-01 · Heft 4 · p. Seite 177

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
41 (1896-1897)
Issue
Heft 4
Article
Zur Geschichte des Don Josef Nasi
Date
1897-01-01
Page
Seite 177 (sequence 9)
Language
German
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Zur Geschichte des Don Josef Nasi. 177 viel mehr Vorzüge als die!Stadt Lemberg besitzt, weil sie in der Mitte des Reiches, in . einer schönen Lage, 4 Meilen vom Hafen entfernt, dor nach Warschau und nach Danzig führt, orbaut ist, colonisiren; hier giebt es genug freie Plätze zur Errichtung von Häusern, ebenso Felder genug, die in Lemberg sehr theuer sind; auch wünscht es der Kanzler, dass sich daselbst fränkische Juden ansiedeln, da» gegen will er nicht die Einheimischen (Juden); die dortigen Biirgov sind im Besitze vieler Privilegien; und der Herr ist ein so guter Mensch, dass sich die Steine an ihn herandrängen, geschweige denn die Menschen. Mir aber erwies er sich gnädig, und bestimmte mir einen Platz, damit ich mir ein Haus errichte, das mich 400 Gulden kosten würde, aber von grosser Schönheit wäre; wenn ich den Malmazyer- Wein gut verkaufe, will ich mir sicher Eines errichten , . . Wenn nun Manche sich dort finden, die sich in Zamo£ö ansiedeln wollten, so werden sie Platz linden, alle möglichen Freiheiten gemessen, nicht nur die Uns eigen, sondern jeder türkische Mann1).“ Wir ,wissen nicht, ob die Landsleute Mosze Coheivs dessen Rufe gefolgt sind, aber das steht fest, dass am Eude des XVI. und am Anfang des XVII. Jahrhunderts2) viele fränkische Juden sich in Lemberg, theiiweise vorübergehend, oft aber auch dauernd ansiedelten und ein überaus wichtiges, belebendes Element des damaligen Handelsverkehrs bildeten. * Wenn der Kanzlor Zamojski den fränkischen Juden so ausserordentlich geneigt wrar, so liegt der Grund hierfür in seiner klugen Einsicht in die Bedeutung dieses Factors für die Entwicklung einer neuen Stadt. _ (Schluss folgt.) ג) S. Acta Jud. Civ. Band XVI, pag. 1177. 2) ״Die städtischen Acten1‘ sagt Lozinski in dem mehrmals citirten Werke, ״wimmeln förmlich von!Namen türkischer Juden in Lemberg, bis zur Mitte des XVII. Jahrhunderts.“ Ich hatte leider nicht Gelegenheit, die ״Acta Consulum“ aus der ersten Hälfte des XVII. Jahrhunderts zu studiren, weshalb ich auch vorläufig die Darstellung der türkisch-jüdischen Verhältnisse auf dem Boden Lembergs in der I. Hälfte des XVII. Jahrhunderts fortzusetzen nicht in der Lage bin. Am Schlüsse sei mir gestattet, meinen innigsten Dank dem Verwalter des städtischen Archivs in Lemberg, Herrn Dr. Alexander von Czolowski für dessen freundliches Entgegenkommen bei der Benützung der archivalen Acten auszusprechen. Monatsschrift. 41. Jahrgang. 12

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