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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1897-01-01 · Heft 4 · p. Seite 174

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
41 (1896-1897)
Issue
Heft 4
Article
Zur Geschichte des Don Josef Nasi
Date
1897-01-01
Page
Seite 174 (sequence 6)
Language
German
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174 Zur Geschichte des Don Josef Nasi. Namen des Königs erlassen hatte, ganz gewiss gegen den "Willen des letzteren oder überhaupt ohne dessen Mit wissen, beschlossen und daher ■auch von den türkischen Juden als nicht rechtskräftig ignorirt wurde. So weit die Den J. Nasi selbst betretenden Ducumente; sie beleuchten auch — um zum Ausgangspunkt zurückzukehren — die beiden Briefe Sigismunds an denselben, indem sie uns zeigen, dass diese rein persönlicher Natur sind und nicht, wie von Kraushaar und Graetz vermuthet wurde, etwaige Anspielungen auf die allgemeine Handelsfreiheit der Juden in Bolen enthalten. Die Handelsbeziehungen, die Don J. Nasi mit Polen — sicherlich nicht ohne Erfolg — angeknüpft und eine längere Zeit hindurch unterhalten hatte, haben viele türkische Juden dorthin gelockt, und die städtischen Acten aus dieser Zeit ent- ]!alten eine Reihe von Namen türkischer Juden, die sieh in Lemberg für eine gewisse Zeit oder gar dauernd ansiedelten. Die südländischen Weine (aus Griechenland, Sicilien, den Insein Faros, Naxos u. A.) bildeten einen der Hauptartikel des ausländischen Handelsverkehrs in Polen im XVI. Jahrhundert: Lemberg allein war eine grosse Lagerstätte der ,.malmazya“ (mit diesem Namen umfasste man alle südländischen Weinsorten). Von hier aus verbreitete sich dieses allgemein beliebte Getränk über ganz Polen und die henachbarten Länder, und wer nur in Lemberg lebte, der Handwerker und der Kaufmann, der Arzt und der Apotheker, betrieben diesen Handel, sei es zum eigenen Gebiauch, sei es zu commerziclien Zwecken, in geringerem oder grösserem Maasse1)׳ Kein Wunder daher, dass sich die türkischen Juden dieses Artikels bemächtigten und den Einheimischen, besonders den Armeniern und den Juden, grosse Concurrenz boten. Dass die südländischen Waaren ein ungewöhnlich günstiges Absatzgebiet in Polen fanden, ersehen wir aus der Thatsache, dass die erwähnten Chaim Cohen und Abraham Mosso im Verlaufe von 3 Jahren (156G—69) 377 Kufen malmatischen — 212 Kufen Muscatella-Weines2) und andere Waaren im Ganzen für 5000 Gulden, vom 25. Mai aber des Jahres 1569 bis zum selben Tage des Jahres 1570 ebenfalls um 5000 Gulden 8 (ג. Wlad. Loziiiski: Patrycyafc i mieszczaiistwo lwowskie w, XVI i XVII wieku, S. 49. 2) Eine der besseren Weinsorten.

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