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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1897-01-01 · Heft 4 · p. Seite 173

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
41 (1896-1897)
Issue
Heft 4
Article
Zur Geschichte des Don Josef Nasi
Date
1897-01-01
Page
Seite 173 (sequence 5)
Language
German
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Zur Geschichte des Don Josef Nasi. 173 sträubte, )licht rechtskräftig werden konnte, daher auch nicht — wie sonst — in die ״Acta Consulum44 aufgenommen wurde. Als aber die Leinberger Bürgerschaft alle ihre Versuche, vom König eine Aulhebung der von ihm Don J. Nasi verliehenen Handelsfreiheit zu erlangen, gescheitert sah, suchte sie den Agenten Don J. Nasi'ö, Chaim Cohen, durch Unterhamllungen zur Verzichtleistung auf dieselbe zu bewegen1). Wenn nun auch dieser Schritt seine Wirkung verfehlte, indem gerade im Jahre 1569—70 der Import südländischer Waaren sich um das Dreifache vermehrte2), so liegt es wohl nahe, dass die Bedeutung und der Einfluss Don J. Nasi's am Hofe Sigismund’s nicht gering angeschlagen wurden; das Privilegium ist thatsächlieh bis zum Ablauf der in demselben bezeidmeten Frist (5 Jahre) aufrecht geblieben. Nicht wenig mag auch dazu der günstige Erfolg der Mission des Andreas Taranowski, der im Jahre 1569 im Aufträge Sigismund’s nach Constantinopel kam, um die traditionelle Freundschaft Polens mit der Türkei zu erneuern3), beigetragen haben. Die glückliche Durchführung dieser Friedensmission mag wohl, zum grossen Theil wenigstens, ein Verdienst Don J. JSasi’s gewesen sein, dessen freundschaftliches Verhältniss zu Sigismund dadurch nur noch befestigt werden konnte, was ja auch die am Anfang erwähnten Briefe, wo Don J. Nasi: ״Excclleils domine, amico Noster dilecte“ angeredet wird, bestätigen. Im Jahre 1571 erlässt der König an den Steuerverwalter der russischen Provinzen Corneades4) den Befehl, den Export und Import von J. Nasi’s Waaren ganz zollfrei laut des ihm ertheilten Privilegiums zu gestatten, was jener früher verweigert hatte5). Der Umstand, dass in diesem Erlasse nicht etwa von einer Erneuerung des einmal schon aufgehobenen Diplomes gesprochen wird, sondern vielmehr so, als hätte eine Einschränkung, geschweige denn eine Aufhebung desselben nie stattgefunden, beweist zur Genüge, dass jenes erwähnte Aufhebungs-Decret, das der Landtag in Piotrkow 1567 im deren dor König auch in dem ersten Briefe an Don J. Nasi erwähnt, da die diplomatischen Dienste besonders hervorgehoben werden. D S. Acta Cons. 1070, pag. 1574. 2) S. Acta Cons. 1570, pag. 151. 3) Szujski: Dzieje Polski, Bd. 11, S. 217. 4) Es ist dies Stanislaus Korniakt, ein nach Lemberg eingewanderter Grieche, der vom schlichten Kaufinanusstande zu einem der höchsten Äemter sich empoTgeschwungen hat: (S. W. Lozinski; Patrycyat i mieazezafistwo Iwowskie w XVI i XVII wieku. ö) S. Acta Cons. 1571: p. 799.

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