Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 41 (1896-1897)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Zur Geschichte des Don Josef Nasi
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 171 (sequence 3)
- Language
- German
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Zur Geschichte des Don Josef Nasi. 171 untorlässt cs nicht, in jenem Privileg — das mehre 10־ eoimncr- /dolle Begünstigungen, namentlich hinsichtlich der Besteuerung der Waarcn enthält — die .Motive anzugeben, die ihn bei der Ertheilung desselben leiton, woraus wohl die Wichtigkeit des« selben zu ersehen ist. Die persönliche Intervention — heisst es da — des Sultans Sc lim einerseits, anderseits aber auch die Dankbarkeit, die er, der König, Don J. Nasi für die ihm geleisteten Dienste (״serviliorum et studii ergu 110s“), namentlich aber für die freundliche Zuvorkommenheit desselben gegenüber den jeweiligen polnischen Gesandten in Constantinopel, schuldet, verpflichten ihn zur Gewährung der im Privileg aufgezahlten Begünstigungen in dessen Handelsbeziehimgen zu Polen. Diese Letzteren hatte J. Nasi, wie aus einem anderen Privileg von demselben Datum hervorgellt, schon früher, vielleicht etwa um das Jahr 15(14, unterhalten1), da im Jahre 15(30 der polnische Legat in Constantinopel erscheint-). Doch konnten der Lemberger Stadtrath, wie auch die deutschen Kaufleute überhaupt, dieser Coneurrenz und Prävalenz der türkischen Juden nicht gleichgültig Zusehen; während alle andoien ausländischen Kaufleute, gleichviel ob Christen oder Juden, dem sogenannten ״Depusitorium“ unterworfen waren, wonach der Stadt Lemberg das Kocht zuerkannt wurde,!lass alle vom Ausland importirteu Waarcn 14 Tage biiulureh daselbst zum Verkauf oder Austausch ■ausgestellt werden mussten, der Kost aler nach Ablaut dieser Frist und nach Entrichtung des Zolles weiter befördert werden konnte•‘1), waren die Agenten Don J. Nasi's von dieser Last ganz befreit, und durften ungehindert, niemand Anderem als nur dem königlichen Tribunal Kcde zu stehen gehalten und keiner Gontrolle unterworien, ihre Waarcn in ganz Polen und auch in Deutschland absetzen. Welch riesige Summen konnten dadurch der Stadt Lemberg bei der ungewöhnlichen Verbreitung, deren sich der Handel mit südländischen Waarcn damals zu erfreuen hatte, entzogen werden. Kein Wunder daher, dass der alte Stadt- ג) . . . Conees&imus ctiam ex gratia nostra praefato Generoso Josepho Naxi, ut a vinis malmaticis ot muscatellis antokac per Ahrahamum Hoeff (in einem anderen Documente heisst derselbe Oheb, was wohl der ri clitige Name ist), in Civitatem uostram Leopoliensem adductis theloneum nullum solvatur praeter lior, quod Civos nostri Leopolienses solvere soliti sunt. (Aus den Grod.-Acten. lib. terr, castr. Band 41, pag. 527—28). 2) B. Bartoszowiez: Pogtyd na stosunki Polski z Tatarami i Turcy.\. 3j S. Zubrzvcki: Kronika 11)iasta Lwowa, S. 52.