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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1897-01-01 · Heft 4 · p. Seite 170

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
41 (1896-1897)
Issue
Heft 4
Article
Zur Geschichte des Don Josef Nasi
Date
1897-01-01
Page
Seite 170 (sequence 2)
Language
German
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1 TU £ur beschichte des Don Josef Nasi. günstigen Lago der Juden in Pulen boigetragen habe, Wie aber, wenn die Juden schon lange, lange vor dem vermeintliehen Eingreifen J. Xasi’s mit weitgehenden Privilegien und Handclsconcessiunen ausgestattet waren, wenn andererseits gerade in den Jahren 1509 und 1570, in denen ja der freundschaftlicho Briefwechsel /.wischen Sigismund und J. Xasi stattgefunden hat, den Juden der Aufenthalt in manchen Städten, so in Sicradz und Warschau, vom König verboten wurde?1 * 3 4) AVenn daher schon diese geschichtlichen Thatsachen jene Behauptung unwahrscheinlich machen. so sollen nun auch positive ]beweise dafür erbracht werden, dass die AVortc in dem ersten Briefe: ״respectu privilegiorum suo tempore contiimanclorum” sich keineswegs auf etwaige den Juden in Polen zu gewährende irandelsbegiinstigungen beziehen, sondern mehr als wahrscheinlich J. Xasiks persönliche Handelsverhältnisse mit Polen tangiren, die jetzt hier nach archivalisehen Urkunden geschildert werden sollen. — Bas Stadtarchiv in Lemberg besitzt nämlich in den sogenannten ,,Acta coiisulum“ (städtische Acten) und ,,Acta iudicii civilis" (Gerichtsacten), wie auch das Archiv der Grüder Acten daselbst, einige Documente, die in Bezug auf diese Ilamiclsvurbindung J; Xasifs mit Polen, nicht minder auch über die polnisch-türkischen Ilandelsverhältuisse im Aligemeinen, welche ja moistcntheils Juden vermittelten, einen ziemlich klaien Aulschluss gewähren. Das erste dieser Documente, datirt vom 22. Januar 1507־), ist ein Privilegium, das der König .Sigismund IL. August zwei türkischen Juden Chaim Cohen׳'׳) und Abraham Musso‘) ertheilt, die als bevollmächtigte Veimittler Don J. Xasi's nach lüden kamen, um liier den Import südländischer AVcine und AVaaren überhaupt in grossem Stile zu betreiben. Der König Passus im ersten Briefe: res p ec tu ]>1־ i vilegiorum suo toinporo eonf irma n d«>rum deutet wohl an, dass Josef von Xaxos für seine polnischen b fa übensgenossen Bestätigung gewisser Pr ivilegien verlangt, und dass der König ihm darin 7.u willfahren versprechen hat. 8 (ג. Nussbaum: Histnrva Xydüw V. IM. (/}*da w Polsce), Seite ICQ. 8 (־. Beilago Nr. 1. (Acta C0119. 15G7). 3) ln der Kev״ue des Ktndes Juiv. Band XVI, 8. 3Q befindet sieh in der Sammlung von Briefen Josef Cohen’s, des Seeretärs von Don J. Naai, (des Verfassers des “עב!ק דבכא"), Mn Brief (Nr. f>U) nn Chaim Cohen. Es ist möglich, dass dieser Letztere mit dom hier Erwähnten identisch ist, also wahrscheinlich ein Verwandter von Josef Cohen. 4) Dem Pamilionnamen Mozzo begegnen wir auch anderwärts, u. zw. den Brüdern Menahem und Aron in Corfu, und Mose in Venedig; vgl. Kaufmann in der Revue des öfcudes juivo'a XXXII, 230.

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