Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 41 (1896-1897)
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1896-01-01
- Page
- Seite 142 (sequence 3)
- Language
- German
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.142 Besprechungen. Es bleibt daher von den Citaten Friedmann’s thatsächlich nur eine einzige Stelle 3. B. M. 21, 20 übrig, ivo Ünkolos halachisch mit K. Lsmael gegen R. Akiba stimmt. Aul' eine andere solche Stelle habe ich aber auch bereits Beth-Talnmd hingowiesen, und was ich dort für jene Ausnahme gesagt habe, gilt auch für diese zweite. Friedmann meint aber, dass alle diese Congruenzen mit diesen Tanaiten nicht die Gleichzeitigkeit, sondern nur die Congenialität des viel älteren Onkelos mit Akiba und seinen Zeitgenossen beweisen. ״Sein Hauptl>0weis fiir das höhere Alter des Onkelos ist, dass Onkelos bei den im 3. B. M. cap. 11 angeführten Thierarten vielfach die alten hebräischen Bezeichnungen beibehält־, während Jon. dafür aramäische Namen setzt. Darin nun, dass Onkelos für חגב ,חר:ל ,נץ ,עטלף die hebräischen Namen beibohiilt, sieht F. ein Critevium für das höhere Alter dieses Targums, für eine Zeit, in welcher die alten hebräischen Namen noch nicht durch die späteren aramäischen aus dem!״eben des Volkes verdrängt worden sind (p. 73—78). Merkwürdig, dass Geiger gerade dadurch zu einer entgegen» gesetzten .Schlussfolgerung gelangt, und zwar für das sehr späte Alter unseres Targums, indem er die Aufnahme dos hebräischen Wortes in die Uebersetzung als charakteristisch für die späteren Versionen erklärt (jüdische Zeitsch. IX p. 93 if.). Das Richtige hat aber bereits Berliner (p. 121, vgl. p. 21(5) unter Hinweis auf Septuaginta und Theodotion, wo dasselbe der Fall ist, gesagt, dass das hebräische Wort im Targurn weder für das höhere noch für das tiefere Alter zeugt, sondern aus besonderen (Jrunden, die wir zumeist noch leicht herausfinden können, beibehalten wurde. Bei den genannten Thierarten sind diese Gründe offenbar. חגב ,נץ עטלף, waren unter diesen Namen noch in sehr später Zeit bekannt (vergi. ('holin 59a und (13a und Bechoroth 7b), während für חרגל die aramäische Bezeichnung wohl schon in älterer Zeit an verschiedenen Orten verschieden war. In Berliners ,,Massora zum Targum Onkelos“ p. 57 ff. finden sich unter der Ueberschrift קרא ותרגום die hebräischen Worte in diesem Targum zusammongostellt, welche von Berliner, in seinem Targum Onkelos II p. 217 ergänzt werden. Zu diesen unverändert übernommenen hebräischen Wörtern könnto' man auch noch solche zählen, weiche bei ihrer ITobernahme eine kleine aramäische Umformung erfahren haben wie l. B. M. 2, 12 3 ,בדולהא. B. M 19, 19 5 ,שוטניוא. B. M. 23, 3 ממורא und daselbst 23, 3 ויקל und deigl. mehr. Natürlich hat dieses seinen Grund nur darin, dass die Uebersetzung entweder schwielig oder dem Sinne nach zweifelhaft war. Fine Schlussfolgerung für das Alter des Targums ist daraus nicht statthaft. p. 92 lf. bietet Friedmann eine Reihe tief eingehender Bemerkungen und untrügliche Beweise dafür, dass den ersten Amoräern nicht nur unser Targum Vorgelegen habe, sondern dass sie es sogar schon als Text für aggadische Auslegungen gebraucht hätten. Allein auch diese gründliche Erläuterung beweist nur, dass unsor Targum der voramoräisehen Zeit angehört, aber nichts für die Zeit des ersten Gamliel. Thatsächlich bietet aber Friedmann nichts, was aus dem Targum selbst oder aus den targumistischen Citaten in Talmud und Midrasch gegen meine und Berliners Beweisführung irgendwie in’s Gewicht fallen könute, welche dahin geht, dass unser Targum wegen seiner Ueberein- Stimmung mit den Lehren Akiba’s und seiner Zeitgenossen auch dieser Zeit angehören muss. Friedmann muss es uns schon verzeihen, dass wir uns bei der Ueberein&timmung nicht im Einzelnen, sondern in Vielem nicht zu seiner Theorie von der Congenialität bekennen können. w