Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 41 (1896-1897)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Ein Jahrhundert einer Frankfurter Ärztefamilie
- Date
- 1896-01-01
- Page
- Seite 131 (sequence 4)
- Language
- German
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Ein Jahrhundert einer Frankfurter Aerztefamilie 131 Benjamin Wolf hatto bereits in seinen letzten Lebens- Jahren die Sicherheit, dass sein Beruf in seinem Hause sicli forterben werde. Seine zwei Söhne Liebmann und Gutmann, die zu Leyden Mediein studirten und Doctoren wurden1), blieben die Fortsetzer seines Namens und Wirkens in Frankfurt am Main. Am 8. Mai 1097 wurden Beide unter dem Namen ihres Vaters als Familiennamen in die Matrikel der mcdicinischon Facultüt an der Universität Leyden eingeschrieben. Liofmann Benjamin und Goudman Benjamin erscheinen hier als gleichaltrig, beide als im Alter von 20 Jahren stehend eingetragen2). Liebmann empfängt hier bereits am 13. Juni desselben Jahres die medicinischo Doctorwürde auf Grund seiner bei Abraham Elzevier erschienenen Dissertation de Hydropo 3)י die er seinem Vater, damals bereits Parnes, Vorsteher von Frankfurt am Main, zueignet. ״Prudentissimo Viro Patri D. Wolfgang Buxbäum praiios med. doctori in celeborrirna urbo Francofurtcnsi filiari amore ad rogum usque prosequendo“, so lauten dio Worte dieser Widmung, Gutmann, der mit seinem Bruder am Canal Oüde llijn wohnte, wird fünf Tage darauf zum Doctor der Modi ein promovirt. Seine Dissertation ist de Feste betitelt, bei, demselben Elzovier erschienen und seinem Lehrer, dem Professor der Anatomie und Mediein, damals Kector Magnificus der Universität Leyden, Godofredus Bidloo4), gewidmet. Das Ansehen und die ausgobreitete Praxis, die der Vater sich errungon hatte, bahnten den mit dem ärztlichen Doctorgrade heimgekohrten Söhnen rasch den Weg. Liepmann, der ältere, der Schwiegersohn des hochangesehenon Ahron Lewi d. i. Friinkel in Worms,5) ward so beliebt und seinen Patienten so unentbehrlich, dass er sogar eine 1) Schudt a. a. O. und II, 404. Seine am Freitag 26. Adar d. i. 13. März 1733 verstorbene Tochter Schönele war Mose Rothschild verheirafchet, 8. ihre Grabschrift in Frankfurt No. 2089. 2) Album studiosorum Academiae Lugduno Batav&e [ed, G. du Rieu], p. 745. 3) Ich verdanke die folgenden Mittheilungen der Bereitwilligkeit de3 Herrn Direcfcors der Universitätsbibliothek von Leyden Dr. W. N. du Rieu. *) Geb. 21 März 1049, gest. 30. April 1713 8. du Rieu, Album, p. XXIX. 5) בת הקצין כיה אהרן לד מוררמש heisst es auf dem Grabstein No. 1977 seiner am Rüsttage des Succothfestos d. i. 7. October 1729 verstorbenen Gattin FÖgele. Ueber Ahron Lewi s. Kaufmann in Berliners Magazin XVII, 87 fl‘. 9*