Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 41 (1896-1897)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Ein Jahrhundert einer Frankfurter Ärztefamilie
- Date
- 1896-01-01
- Page
- Seite 130 (sequence 3)
- Language
- German
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130 Kin Jahrhundert einer Frankfurter Aerztefarnilie. * Aerzten gepflegt. Er war auf seinen Reisen auch nach Ron! gekommen und hier des Umgangs mit Männern seines Faches, insbesondere den Leibärzten der Königin Christine von Schweden, Benedictas a Castro ג) und Petrus Machiato, gewürdigt worden. Gestützt auf einen so langen Studiengang und so reiche Erfahrung glaubte Benjamin als geborener Frankfurter die Zulassung zur Praxis erbitten zu dürfen, die ihm denn auch nach dem 3. Juni 1060, an dem sein Gesuch zur Vorhandln 11g kam, vom Ratho gewährt wurde. So hatte denn Benjamin Wolf, eigentlich Simeon ״) Benjamin Wolf Buchsbaum nicht lange auf die Gelegenheit, zur Bewährung seiner Kunst zu warten brauchen. Noch in demselben Jahre erüffnote sich daheim in seiner Vaterstadt für ihn eine Praxis:l), die ihm Erwerb und stetig wachsende Ehre brachte; man scheint zu Hause ordentlich auf seine Wirksamkeit gewartet zu haben. Doetor Wölffgon4) ward ein von Juden wie von Christen gleich sehr gesuchter Arzt, eine stadtbekannte Frankfurter Persönlichkeit, der selbst der Conrector des Frankfurter Gymnasiums, Johann Jacob Schudt, der Urheber der ״Jüdischen Merkwürdigkeiten“, nichts Schlimmeres nach- Zusagen wusste י־), als dass er Zeit seines Lebens kein besonderer Freund des Medieinirens gewesen sei und, nur dem Drängen seiner Patienten nachgebend, sich zum Verschreiben verstanden habe, Soll er doch, als er am 25. Sivan, d. i. Mittwoch den 2(5. Juni 1715 wie ein rechter Frommert;) am Tage seiner Geburt mit seinem vollendeten 70. Lebensjahre das Leben beschloss, seine Söhne. Töchter und Tochtermänner an sein Sterbelager berufen und also zu ihnen gesprochen haben: ״Wo ihr lang leben wollet / so brauchet keine Artzney; ich bin zwar selber ein Mcdicus gewesen / und habe den Leuthen viel verschrieben / allein sie haben es so verlangt.“ *) Vgl. C&rmolv, histoire des medecins juifs, p. 174. а) Schudt IV. 2, 184. :י) S. Horovitz, Jüdische Aerzte in Frankfurt a M., 32, n. 2. 4) Schudt a. a. 0. יז) Ib. 184 f. б) Vgl. Sota f. 13b. Seine Grabschrift No. 1664 — vgl. den Wortlaut von No. 2272 — ist leicht zu ergänzen: הרופא מומחה האלוף הריר וואלף סניל צו[ם בוקסברם] ציון הלא תשאלי דבר מיי לך פה שחצב קבר פה ספון וממון איש שהי׳ עוסק בחכמת הרפואות . כמה שנים והי1 חד מחיק דקברנים ה״ה הח״ב בנימין ב״ר [אשר] דל בם׳ [יו׳ ד* כדר סיון] תעיד, לפיק.