Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 41 (1896-1897)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Studien über Joseph Kimchi
- Date
- 1896-01-01
- Page
- Seite 120 (sequence 7)
- Language
- German
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120 Studien über Joseph Kiinchi. ziehun# des Arabischen behufs besseren Verständnisses des biblischen Schriftthums. Zwar haben wir von ihm keine directen Aeusserungen über den Werth oder die Wichtigkeit der Benutzung des Arabischen zur Vergleichung oder Erklärung des Hebräischen. Aber gerade dieses Schweigen dürfte als ein beredtes Zeichen seines Standpunktes in dieser Frage angesehen werden, indem er die Benutzung der so reichen Schwestersprache als etwas sich selbstverständlich Ergebendes betrachtete. Er dürfte in dieser Hinsicht eine noch freiere Stellung einnehmen, als sein Zeitgenosse Abraham Ibn Esra, der sich noch in gewissen selbstgezogenen engeren Grenzen hält1)• Joseph Kimchi kam wohl auch zu statten eine grössere Bewegungsfreiheit, deren er sich in seinem neuen Wirkungkreise erfreuen konnte. Auf den in Spanien selbst in arabischer Sprache schreibenden Gelehrten ruhte noch ein gewisser Bann seitens allzu streng urtheilender Glaubensgenossen2), den selbst Ibn Gaimach’s bahnbrechende und die Nothwendigkeit der hebräisch-arabischen Sprachvergleichung überzeugend darthuende Arbeiten nicht hatten beseitigen können. Noch der nach Ibn Gannach blühende Jehuda Ihn Bal’äm, der doch sonst Rücksichten, besonders in wissenschaftlicher Hinsicht nicht zu üben gewohnt ist, sieht sich genöthigt, gegen etwaige Vorwürfe wegen Benutzung von arabischen Analogien sich zu yertheidigen;J), niit dem Hinweis auf die Gaonen Saadia und Hai, welch letztere:!• in seinem Wörterbuch dem יחאר hehr. מאסף, sich nicht nur arabischer Wortvergloichungen bedient, sondern auch arabische Verse citirt. ״Nur Kurzsichtigkeit und Mangel an Ueberlegung könne dies tadeln,!da auch die Weisen des Talmuds sich der Hinweise auf das [Arabische bedienen444). Anders lagen je- ג) Vgl Bacher, A. i. E. als Grammatiker, p. 34—35, bes, p.35, Anm. 15. צ) Vgl. hierüber Ausführlicheres bei Bacher, Hebr.-arab. Sprach- Vergleichung des Ibn. Gannach, p. 5—9. 3) Iu seinem von Derenbourg edirten Josaja-Comm. zu Jes. 59, 13 in KDEJ XXIII, p.' 217: ולעל מן יקדא מתל הלא ושבחה מן אסתשדיאדי בקול אלערב ואסתעמאלהם^ עלי מא גא פי אלנצרן פינכרה עלי* פליעלם אן פי ללך קד תקדם אלסאדד, אלגלה מתל ק׳ סעדיה^גאון דציל ור׳ האיי גאון דצ״ל . . . ולא נכרה אלא מן קלת בצידחה ואסתשער אלתכשף אלבאדד". 4) ibid 1. c. אד ואל־ייחבמים אלקדמא והם אלקדוה ייאכלו! תפסיד כתאב אללה מן סאיר אללגאת. J. B. B. führt hier an die Talmudstelle Babli Rosch ha-Schana 26 a. Dieselbe führt, neben anderen, auch an Ibn Gannach; vgl. Bacher, SPVG, p. 6, Anm. 1. — Hierbei sei hingewiesen auf einen Irrthum bei Blüth, I. c., p. 13, der Jos. Kimchi, bei Citiren