Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 41 (1896-1897)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Studien über Joseph Kimchi
- Date
- 1896-01-01
- Page
- Seite 118 (sequence 5)
- Language
- German
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118 Studien über Joseph Kim (,׳hi. IJebersetzerfamilio 1 * 3).;rauh den Juden seiner neuen Heimat allmählich bekannt. Sein Sohn David Kimohi, obwohl schon in Narbonne selbst geboren, beherrscht() dio reichere Schwesterspräche des Hebräischen, und auch noch der in der zweiten llälfto des 13. Jahrhunderts in Perpignan wirkende, gefeierte Talmudlehrer Menachem ben Salomo, genannt Meiri, bedient sich in seinem Commontar zu den Sprüchen-) häufig des Ilinweises auf verwandte arabischo Sprichwörter, die sogenannten משלי ערב, was doch jedenfalls eine nähere Bekanntschaft mit der einschlägigen arabischen Litteratur voraussetzt;;). Mit der Sprache und den Gebräuchen der Araber ausserordentlich vertraut4), war Joseph Kimehi berufen, in seinen! Kreise, ebenso wie Abraham Ihn Esra, .,ein Prophet der arabisch-jüdisehen Wissenschaft“5) zu sein. Jm Dienste derseihen hat er auch, philosophische Schriften der grossen Meister seines Stammlandes in’s Hebräische übertragen, allerdings auch liiorin, wie in anderer Hinsicht, in dem Lauf der Zeiten in den Hintergrund ,gedrängt. Bekannt sind seine Ueber- Setzungen von Bach ja ihn Pakudas’ חובות הלבבות g) und נ) Vgl. über ihn Graetz 1. c. p. "241—242, Steinschneider, Die hebräischen Üebersetzungon des Mittelalters I. p. 372 fgg. ״) Beigedruckt in einigen Ausgaben der rabbinischen Bibeln, auch erschienen in einer Mischle-Ausgabe Fürth 1844. 3) Auch Abraham Uavison (IG. Jahrhundert) in seinem Mischlecommentar, genannt כומר השכחה, führt sehr oft arabische Sprüchworter im Original an. 4) So erwähnt er /״ B. i!1 Sefer Hagaluj., p. G3 art. משרת, den Gebrauch der Bekenner des Islam, zur Umgehung dos Weimcrbotes, aus getrockneten Trauhon, die in Wasser geweicht sind, mit Honig ein Getränk zu beroiten, was jedoch auch nach Num. G, 3 dem Nasir vorboten sei (vgl. hierzu zu den Nachträgen). 5) So charakterisirt diesen trelVend Bacher, Abraham ihn Fsra als Grammatiker, p. 1. °) Vgl. Geiger, Nachgelassene Schriften V, 15 fgg. Ein Fragment von JK’s Ileber8etzung des חובות הלבבות und zwar vom שער התשובה, Cap. 7—10, hat Jellinek in der Vorrede zur Ausgabe von Benjacob, Leipzig 1846, pag. XXIV—XXXVI veröffentlicht mit Hinweisen auf die Art und Weise der Kimchi’schen Uebertragung gegenüber der Tibbonidischen. Nach Jellinek ibid. p. XXXVII hat noch dem Veranstalter der ed. Venet. 1548 die Kimchi'sche Uebersetzung Vorgelegen. Unklar ist es uns, worauf Geiger 1. c. p. 16, und, ihm folgend, Blüth, 1. c. p. 24 fussen, wenn sie Joseph Kitnchi’e Uebersetzerthätigkeit überhaupt erst auf Ibn Tibboa’s Einfluss zurückführen, zumal JK doch älter war als r\ Ibn Tibbon, dessen Zeit von 1125—90 anzusetzen ist. Schon geraume Zeit, bevor IT die ,,Herzenspflichten“ zu übersetzen anfing, hatte JK das מבתר הפנינים von Gabriel hebräisch versificirt, und führt Verse daraus an im Hiob-Commentar (cf. Geiger 1. c. p, 18), der doch noch vor dem ספר הגלוי» also vielleicht 1150—55» verfasst .ist (cf. oben p. 175, wo auf