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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1896-01-01 · Heft 3 · p. Seite 102

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
41 (1896-1897)
Issue
Heft 3
Article
Das apokryphische Esrabuch
Date
1896-01-01
Page
Seite 102 (sequence 6)
Language
German
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102 Das apokryphis«־he Esrabu<*h. fasse!* zwei Mal auf dieses Volk hinweist, indem er hervor•־ liebt, dass dasselbe den Tempel verbrannt und sieh innerhalb des judüischen Gebietes niedergelassen habe, dasselbe aber räumen — und nach Jusippon auch zum Tempelbau beitragen müsse, — verdient ebenfalls Beachtung, da der Verfasser offenbar auch hierin etwas Besonderes betonen will. Denselben Erscheinungen, die wir in den Verordnungen des Darius im III. Esra wahrnehmen, begegnen wir in dem Briefe des Königs Antioehus des Grossen, in Antiquit. XII, o, o, in dmi des Demetrius L Suter im I. Makkab. 10,2(1—45 und in noch mehreren, in der apokryplüschen Littoratur und bei Josepluis befindlichen königliehen Schreiben. Diese alle gehören einer Litteraturgattung an und sind die Ausflüsse einer und derselben Tendenz, worauf schon Wilirich (Juden und Griechen) mit besonderem Nachdrucke hingew'.esen hat. Doch ist der Grundgedanke, dessen Erkenntniss den Schlüssel zu einem grossen Theile der gewöhnlich als Fälschung bezeichneten jüdisch hellenistischen Gcschichtslitteratur bietet, bisher völlig verkannt worden, besonders von dem neuesten Forscher der letzteren, von Willrich, dessen scharfblickendes Auge die eines Forschers ganz unwürdige Gehässigkeit gegen Juden getrübt hat. Eine den erwähnten Briefen zu widmende Untersuchung soll uns auch mit der eigentlichen Absicht und dem Zwecke, die der Verfasser des IIL Esrabuches und der verwandten Litteratur im Auge hatte, bekannt machen. Fassen wir die Ergebnisse unserer Untersuchung, über die im IIL Esra enthaltene Erzählung vom Wettstreite der Pagen zusammen. Dieselbe hat sich als eine mit den übrigen Theilen des IIL Esra gar nicht zusammenhängende Geschichte erkennen lasser), die nur in Folge eines Irrthums in die uns bekannte Umgebung gelangt ist, und die Umstellungen im IIL Esra verursacht hat. Der im Pagenwettstreite auftretende Darius ist nicht der Perser, sondern der Meder, den Xenophon und Andere Astyages nennen, der aber als Nachfolger des Belsazar auf den! Throne Babylons in Daniel ö, 1 als Darius, der Meder, angeführt wird1)־, derselbe entlasst im Vereine mit Cyrus, der sein Schwiegersohn war, die Juden aus Babylon und erfüllt das Gelübde desselben, das er betreffs der Juden bei der Eroberung Babylons gethan hat. Dieselbe Erzählung findet sich auch bei Josepims in derselben verworrenen Um- 1) Vgl. noch R&ymundus Martinus bei Neubauer, The book of Tobit. Appendix.

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