Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 41 (1896-1897)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Das apokryphische Esrabuch
- Date
- 1896-01-01
- Page
- Seite 101 (sequence 5)
- Language
- German
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Das apokryphische Esrabuch. 101 Königs entsprechend, die Tempelgefässe, der Bau des Tempels und Jerusalems und dazu noch die täglichen Opfer auf dem zu errichtenden Altäre genannt. Schon dieser Umstand allein legt die Vermuthung nahe, dass Josippon auch hier die ursprüngliehe Gestalt des im III. Esra und bei Josephus nur kurz mitgetheilten Berichtes erhalten hat. Dieses wird auch durch den Satz über die Idumäer bestätigt; Serubabel hatte nämlich, als er Darius an sein Gelübde erinnerte, darauf hingewiesen, dass die Idumäer den Tempel zerstörten, es entspricht also der Betonung dieser Thatsache die Verordnung des Königs, dass dieselben jetzt zur Erbauung des Heiligthums beitragen. Zum Schlüsse folgt noch der auch im III. Esra erwähnte Befehl an die am Libanon wohnenden Völkerschaften, Holz zu fällen und es nach Joppe zu befördern. Damit schliesst aber auch der Brief der beiden Könige Darius und Cyrus, und nicht ein einziges Wort findet sich bei Josippon über die im III. Esra 4, 49—57 ausführlich behandelten Freiheiten und die Versorgung der Priester und Leviten. Hätte dieser Abschnitt in der Vorlage des Josippon gestanden, so hätte er es auf keinen Fall unterlassen, denselben aufzunehmen, da er, wie es an vielen Steilen wahrzunehmen ist, sich der vollständigen Mittheilung aller apokryphischen Erzählungen befieissigte; doch haben wir keinen Grund, an der Zugehörigkeit des sowohl im III. Esra, als auch bei Josephus erhaltenen Abschnittes zu dem voraufgehenden, auch von Josippon mitgetheilten zu zweifeln. Es ist aber unzweifelhaft, dass die Tendenz des Verfassers, die ihn zur Verarbeitung des fremden; vom Pagen- Wettstreite erzählenden Stoffes veranlasst©, in den Verordnungen des Königs Darius zu suchen ist. Es war ihm, wie es äugenscheinlich ist, darum zu thun, zu zeigen, welches Interesse der heidnische König an den Tag legte, als sich um die Wiederherstellung des Tempels in Jerusalem handelte. Nicht nur dass er den Bau gestattete, wie Esra 1, 2 von Cyrus berichtet; er befiehlt nicht nur, dass die Satrapen aus dem Staatsschätze zur Bestreitung der Kosten für die täglichen Opfer beitragen, wie Darius, der Perser in 6, 8. 9, er versorgt sogar die Priester mit allem Nöthigen, lässt ihnen die zum Opferdienste erforderlichen Gewänder anfertigen, versieht die Leviten und Tempel Wächter mit Wohnung und Nahrung, befreit alle Juden von Steuern und Abgaben und gebietet den Idumäern, dass sie die Ortschaften, deren sie sich in Judäa bemächtigt haben, räumen. Die Thatsache, dass unser Vor*