Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 41 (1896-1897)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Das apokryphische Esrabuch
- Date
- 1896-01-01
- Page
- Seite 103 (sequence 7)
- Language
- German
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Das apokryphische Esrabueh. 103 gebuug, wie im ILI. Esra, doch scheint jener die Geschichte vom Pagenwettstreite in einer von der im III. Esra enthaltenen verschiedenen Gestalt gekannt zu haben. Die Abweichungen, die sieh hauptsächlich in den Verordnungen des Königs Darias und in.dem .Vorträge SorubabeTs über, die Macht der Wahr- )!eit zeigen, führen zu der Erkenntniss, dass wahrscheinlich mehrere Bearbeitungen desselben Stoffes vorhanden waren, die, besonders in den eben bezoichnoten Theilen, vielleicht auf ein hebräisches Original zurückgehen. -Für das Vorhandensein mehrerer Bearbeitungen spricht auch die Gestalt und der Umfang der Erzählung vom Pagemvett.streito bei Josippon, der, wie aus mehreren bei ihm wahrgenommenen Eigen- Heiten sich ergiebt, wahrscheinlich eine ältere .Recension erhalten hat. Da er sich die Aufgabe stellte, die apokryphisehen Geschichten, welche sich mit den Ereignissen von dem Auftreten dos Cyrus bis Alexander dem Grossen befassten, möglichst genau und vollständig zu sammeln, so ist anzunehmen, dass er uns die Erzählung vom Pageiiwettstreitc in vollständigster Gestalt erhalten hat. Gehört auch Josippon einer späten Zeit an, so kann die Vorlage, aus der er geschöpft hat, und dio sicher nicht hebräisch geschrieben war, eine alte und zuverlässige gewesen sein. Hiefür spricht die Thatsache, dass alle Einzelheiten, die sich auf persische Verhältnisse beziehen und die mir er darbietet, auch bei Xenophon sich finden. Wir haben auch gefunden, dass die Erzählung vom Wettstreite der Pagen nur einen Theil einer zusammenhängenden Darstellung über das Verhültniss des Cyrus und Darius zu den in Babylon aufbewahrten Tempelgefässen bildet, welche dem Verfasser des Berichtes über don Sieg Serubabel’s bekannt war und sich bei Josippon wiedertindet. Als Quelle der Erzählung von den Vorträgen der drei Pageh haben wir einen griechischen, über persische Verhältnisse gut unterrichteten Bericht vernmthet, an weichen ein Jude die Beschreibung über die Macht, der Wahrheit und die Gunstbezeugungen des Königs Darius anscliloss. Diese letzteren beziehen sich hauptsächlich auf den Tempel in Jerusalem und wollen in erster Beihe darlegen, dass Könige, wie Cyrus und Darius, das jüdische Heiiigthiim ehrten und auszeichneten. Wenn• wir erst dio eigentliche Veranlassung dieser Darstellung kennen gelernt haben werden, dann wird uns Manches, was hier nur gestreift, aber nicht ausgeführt wurde, klar und verständlich werden.