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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1896-01-01 · Heft 2 · p. Seite 76

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
41 (1896-1897)
Issue
Heft 2
Article
Aus den talmudischen Randnoten des Herrn Rabbinatspräses S. L. Brill in Budapest
Date
1896-01-01
Page
Seite 76 (sequence 10)
Language
German
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70 Blau, talmudiseho Kundiioten. enthalten sei (י(ויר קי“י בי רב wogegen Tosafotli שנה רבי einwendet, dar Tanna führe ja oft biblische Gebote und Verbote an; ferner sei die Mischna gar nicht ganz überflüssig, da sie wegen der Ausschliessung (לדץקא) iiothwendig sei. Thatsächlick ist die Frage zu stellen: wozu lehrt der Misclmaredacteur etwas Ueberflüssiges? Eine Antwort kann man auf Grund von Sanhedrin 33 a und Ilorajoth 4a geben. In Bezug auf ein wegen falscher Belehrung (היראה) darzubringendes Opfer oder Suspendirung eines Urtheils wird in den genannten Stellen ein Unterschied statuirt zwischen einem Lehrsätze, den auch die Sadducäer annehmen und einem solchen, den diese vor» werfen. Es dürfte sieh also auch in der Mischna um ein solches Gesetz handeln. Vom Standpunkte der Pharisäer wäre die Mischna überflüssig gewesen, sie mussten jedoch Aufnahme finden wegen des Protestes der Sadduciier. Dies kann R. Josef meinen: Rubin habe bewusst eine überflüssige Mischna aufgenommen. Möglicherweise kann aber auch seine Ansicht gewesen sein, dass die Sadduciier bei diesem Gesetze keine Opposition gemacht haben, so dass diese llalacha ganz überflüssig war. Kethuboth 02b. Obgleich die Polygamie bei den Juden gestattet war, hatten die Talnuullehror in der Regel dennoch nur eine Frau, was aus zahlreichen Fingerzeigen der Tradition erhellt. Es wird bei Akiba, Tarfon, Rab und bei vielen Anderen bloss von ״ihrem Weibe44 gesprochen. Bies geht auch aus Baba bathra 12 b hervor, wo von der ״Tochter des R. Chisda44 gesagt wird, sie habe nach dem Tode ihres ersten Gatten Rami bar Chami gewartet, da Raba, auf den sie hoffen zu müssen glaubte, eine andere Frau hattc. Nach dem Tode dieser Frau wurde sic seine Gattin.!!Sie hatte länger als zehn Jahre in Wittwenschuft verbracht־ (Jebamoth 34 b). Der »Sohn des Patriarchen Juda I. hatte . nach seiner Hochzeit 12 Jahre, abgeschieden von seinem Weihe, im Lehrhauso zugebracht. Ba eine solche Frau nach talmudischer Meinung keiner Kinder mehr fähig ist, wovon auch in der zuvor angezogenen Stelle die Rede ist, wusste Juda I. nicht, was zu machen sei: der Frau den Scheidebrief zu geben, wäre, da sie so viele Jahre gewartet, nicht billig; eine andere Frau neben ihr zu ehelichen, wird man sagen: זו אשתו ווו זוגתו (Kethuboth 62 b). Man versteht nach dieser allgemeinen Sitte Embin 03 b, wo Abahu auf die Frage, wo Bai stecke, in (לשון חכמה) witziger Sprechweise die Antwort giobt: עלץ בנערה אהרונית אחרונית עירנית והנעירתו; d. h. er habe eine priestorlicho Jungfrau nach dom Tode seines Weibes

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