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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1896-01-01 · Heft 2 · p. Seite 74

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
41 (1896-1897)
Issue
Heft 2
Article
Aus den talmudischen Randnoten des Herrn Rabbinatspräses S. L. Brill in Budapest
Date
1896-01-01
Page
Seite 74 (sequence 8)
Language
German
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74 Blau, talmudische Randnoten, ein Sturmrogen hcniieüergeht, so dass seine Schüler die obigen Wort(? wiederholen. Nach Kaschi’s Interpretation bedeuten die Worte der Schüler: Wir richten unser Auge nur auf Dich, damit, wir nicht sterben. Dies lässt sich jedoch in das Wort ראינוך sciiwer hineinpressen und passt auch zum nachfolgenden Satze nicht. Höchstwahrscheinlich haben wir es hier mit einem uralten Schreibfehler zu thun: statt ראינוך ist zu lesen ״ ־= ראינוםwir sehen den Regen, wir sollen nur nicht sterben; es will uns scheinen, dass es nur deshalb regne, um Dich von Deinem Schwure zu entbinden“, aber nicht zu dem Zwecke, um Segen zu bringen und die Menschen vom Ilungertodü zu retten. Durch diese kleine Aenderung gewinnt die Stelle einen befriedigenden Sinn. >1 egi 11:10b:אמר רבי יצחק אם יאמר לך אדם'־געת־ ולא מצאתי סע .אל תאמן לא יגעתי ומצאתי אל תאמן יגעתי ומצאתי תאמן:• Schlusssatz scheint mit Pesachim 13א״ל רב לאים־ טרח' בך :״ בשמעתא ולא מסתייע מלתא in Widerspruch zu stellen. Eine Ausgleichung kann man sich so denken, dass R. Jizchak vom allgemeinen Resultat spricht, das bei längerer Bemühung um das Studium nicht ausbleibt, während Kab nur bei einem specicllen Falle dio Resultatlosigkeit constatirt 1). 12a. Rab und Samuel controvcrsiven, ob Achascliwerosch ein weiser oder ein thörichter König gewesen sei (1כולך פ״קח — מלך ט״פע)• Dieselbe Controverse herrscht unter ihnen (Sanhedrin Oda) auch in Bezug auf den König Sancherib. 14b. Die Frage des Tosatisten s. v. .שגלתה שוקד fällt weg, wenn wir die Leseart des Samuelmidrasch c. 28 annehmen, wo es שנתגלה שוקה heisst■, es ist also nicht durch Abigail, sondern von selbst, geschehen. Ibidem ■s. v. דאיגיירה ונסבה יהושע behauptet der Tosafist, Bachab habe nicht zu den ,,sieben Völkerschaften“ gehört, Sifre I, 78 (ed. Friedmann 20b) wird jedoch ausdrücklich das Gegentheil angegeben. 18a: שמעוה לאמתא דבי רבי. Die sprachkundige Magd ג) Zu dem Ausspruch יגעתי ומצאתי vgl. Matthäus VII, 7, 8: ״Cr/cstie, Kai Ebpr^cexs1‘ ״xal u eopixxgt“. Ks steht mithin ausser Zweifel, dass der Hauptsatz יגעתי ומצאתי viel älter ist als R. Jizchak, der im 3. Jahrhundert gelebt hat; von ihm stammt nur die Variation des Spruches. Ueberhaupt ist zu bemerken, dass im Talmud ältere Sätze im Namen von späteren Autoren tradirt werden, wenn sie an dem Satze irgendwelche Veränderung vorgenommen oder etwas hinzugefügt haben. Uebrigens dürfte יגעתי ומצאתי ein volkstümlicher Spruch gewesen sein, der urspriinglich sich nicht auf das Studium bezog. Siehe unsere Zeitschrift ״Magyar Zaidd Szemle“ XII, 490.

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