Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 41 (1896-1897)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Aus den talmudischen Randnoten des Herrn Rabbinatspräses S. L. Brill in Budapest
- Date
- 1896-01-01
- Page
- Seite 71 (sequence 5)
- Language
- German
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Blau, talmudischo Bandnoton. 71 den Teufeln auf demselben Kuss(' verkehrte, wie mit den Menschen, und dass dieselben auch sulche Namen führten w ie diese, nur dass der Unterscheidung halber der Beiname שירא hinzugefügt wurde. Jebamoth 22a wird auch ein Lehrsatz mitgetheiit: למדני יונתן שידא בבואה אית להו בבואה דבבואה לית ״ להוdie Teufel haben einen Schatten, «aber keinen Schatten des Schattens“. Es ist klar, dass שידא ein Attribut zu יונתן ist, wie bei יוסף שירא. Rasehi in seiner zweiten Erklärung möchte aber שירא zu dem nachfolgenden Satz ziehen, was ganz unbegründet ist und wogegen ausser den vorgebrachten Beispielen auch der Singular שידא spricht, da der Satz einen Plural erfordert hätte.!losch ha-Schana 19b: Ueber die hier erwähnte קד.לא קדישא siehe noch Berachoth Pb; Joma 69a; Tamid 27b; Beza 14b und 27a. 23a: Tosafoth Anfangswort והא דלא לביד behauptet, das Wegbleiben der Scheiterhaufen, welche vom Neumond Kunde geben, werden die Nachbarn nicht irgend einem zugestossenon Unglück zuschroiben, sondern einem öfters eintretenden Ereigniss (לא תלו באונס אלא במלתא דשכיחא). Der Talmud hingegen sagt Ketuboth lüb unten, wo von der Kethuba dio Rede ist, ob der Frau als 200 בתולה, oder als בעולה bloss H)ö Sus gebühren, das folgende: ומנץ דתפבה מאתים ואברה אנא מזילה הואי והאי דלא עבדו קמאי אתנוסי הוא דאתניסו. Man sieht also, der Talmud setze voraus, die einer Jungfrau gebührenden Hochzeitsfeierlichkeiten können in Folge eines eingetretenon ,,Unglücks“ (Hindernisses) weggeblieben sein1)? Joma 8b: Der Talmud berichtet (in einer gestellten Frage), Simon ben Lakisch habe nicht einmal mit Elcasar, dem Herrn des heiligen Landes, gesprochen (damit man ihm kein besonders hohes Vertrauen entgegen bringe, wie Jedem, mit dem Simon ben Lakisch sprach, sodass man ihm daraufhin ohne Zeugen sein Vermögen anvertraute. Rasehi). Tosafoth meint, Simon teil Lakisch habe bloss nie Jemand angesprochen, wurde er aber gefragt, verweigerte er die Antwort nicht, wie aus Soha- 1)Möglicherweise lässt der Talmud die Ausrede der Frau, das Hochzeitsvolk hätte in Folge der eingetretenon ausgelassenen freudigen Stimmung die ihr als Jungfrau zukommonden symbolischen Ijand״ lungen vergessen, deshalb gelten, weil sie sieh schon in den Besitz der 200 Sus gesetzt hat (תפסה); aber nur auf diese Behauptung hin hätte der Gerichtshof ihr diese Forderung nicht zugesprochen. Man erinnert sich, welcher Anerkennung das ״beati possidentes“ sich im talmudischen Rechte erfreut.