Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 41 (1896-1897)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Das apokryphische Esrabuch
- Date
- 1896-01-01
- Page
- Seite 62 (sequence 14)
- Language
- German
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G2 Das apokryphische Esrabuch. darinnen ist, beherrschen? Der König aber ist der Hebermächtige und er gebietet und herrscht über sie.“ Mit keinen! Worte nimmt dieser Redner darauf Rücksicht, dass vor ihn! bereits über die Macht■ des Weines gesprochen wurde, sondern er verweist auffaiiendenveise auf eine Ausführung über die Gewalt der Meer und Land beherrschenden Menschen. Hieraus ergeben sich zwei Thatsaehen; zuvörderst, dass an erster Stelle von der Macht der Beherrscher des Meeres und des Landes gehandelt wurde, wovon bei uns überhaupt Nichts steht, zweitens dass danach vom Könige und erst nachher vöm Weine gesprochen ward, vorausgesetzt, dass einer der Redner die Macht des Letzteren überhaupt zum Gegenstände seines Vortrages gewählt hatte. Kehlt ja der Wein auch in 4, 28, in der Rede des dritten Pagen, wo er hätte genannt werden müssen! Allerdings wird er in 4, 07 erwähnt, aber da stellt er auch, wie bei Josephus, an erster, nicht, wie wir ihn in den früheren Sätzen antrafen, an späterer Stelle. Ich kann mich jcdocli des Eindruckes nicht erwehren, dass die Ausführung über die Macht der Wahrheit, die für die bei Josephus stehende Reihenfolge zeugt, ein späterer Zusatz ist. Denn es ist auffallend, dass der dritte Redner, nachdem er erst die Macht der Krauen als die grösste bezeichnet und diese seine Ansicht überzeugend begründet hat und bereits geschlossen zu haben scheint, — wie ja auch in 4, 32 erzählt wird, dass der König und die (!,rossen einander ansahen, womit der Schluss angedeutet w ird, — dann wieder die grosse Gewalt der Wahrheit beschrieben haben soll. Es scheint vielmehr, dass die ursprüngliche Erzählung, die eigentlich nur die Veranlassung . darlegcn wollte, der die Juden ihre Heimkehr verdankten, später dazu benützt wurde, um den Glauben an Einen Gott und die Herrschaft der Wahrheit zu verbreiten. Daher kam es, dass dieser Zusatz in vorschiedenen Können und verschiedenem Umfange bekannt war und Josephus in anderem Wortlaute vorlag, als dem Verfasser unserer Pagengeschichte. Und da ist es wieder Josippon, der für diese Yermuthung als Zeuge angeführt werden kann: vor Allem schreibt bei ihm der dritte Page als Antwort nur die Krau in die Rolle, was als Beweis dafür gelten kann, dass in der ursprünglichen Erzählung von der Macht der Wahrheit überhaupt keine Rede war, obgleich Josippon den Vortrag über dieselbe hat. Während aber, wie schon obon (Seite 28, Note 1) erwähnt wurde, dieser sehr kurz gehalten ist, wird die Anerkennung der Wahrheit von Seiten des Königs und der Pürsten