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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1896-01-01 · Heft 2 · p. Seite 58

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
41 (1896-1897)
Issue
Heft 2
Article
Das apokryphische Esrabuch
Date
1896-01-01
Page
Seite 58 (sequence 10)
Language
German
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58 Das apokryphisehe Esrabucb• deuj Könige befreundet. wodurch er der Ehre, mit zwei Anderen Leibwächter des Königs zu sein. für würdig befunden wurde.*־ Sehon das blosse Lesen dieser Satze genügt zu der Erkenntniss. dass Josephus hier die Schwierigkeiten und Widersprüche des ,III. Esra. dessen Darstellung er ohne jede' Kritik angenommen hat, beseitigen wollte. Er nimmt zu diesem Behule, ohne die geringste Grundlage zu haben, au. dass die Tempelgefässe wohl schon v«•n Cyrus nach Jerusalem gesandt wurden, doch nicht alle, sondern dass manche bis zur Zeit des .Persers Darius. der hier gemeint sei. in Babylonien geblieben wären; Serubabel sei allerdings bereits unter Cyrus als Führer der entlassenen Juden nach Palästina gezogen. u׳>:h kehrte er zufällig wieder nach Persien zurück, wurde Leih wacht er des Darius. um nach seinem Siege im Wettstreite ein zweites Mal an der .Spitze seiner heimkehrenden Glaubensbrüder nach Judäa zu wandern 1j. Die Ausgleichung der Widersprüche in den Zuthaten des Josephus zeigt deutlich, dass dieser aas III. Ksrabuch in der unnatürlichen Zusammensetzung kannte, in der es uns vorliegt, wofür übrigens auch der Umstand spricht, dass er die einzelnen Theile der Erzählung in genau derselben Reihenfolge wiedergiebt. wie sie bei uns stehen, sc» dass aus diesen Erscheinungen der allgemein anerkannte Schluss gezogen wurde. Joseplius habe das Buch selbst als Quelle für seine Darstellung benützt. Als Beweis hierfür tritt noch die wörtliche Herübernahme und Entlehnung von Sätzen und Redewendungen hinzu, die besonders Bloch“) gesammelt und verglichen hat. Trotz dieser überzeugenden Belege erscheint mir jedoch die Identität beider Schilderungen wegen mehrerer Einzelheiten zweifelhaft. Denn wohl zeigt die Nebeneinanderstellung der entsprechenden Sätze in zahlreichen Fällen volle Uebereinstimmung in Ausdruck und Inhalt, doch bezeugen eben so viele die Verschiedenheit nicht nur in Worten, die ja erklärlich, ja selbstverständlich ist, sondern auch in Gedanken, was im Falle einer Entlehnung nicht leicht zu rechtfertigen wäre. Es ist hierbei wahrzunehmen, dass die D Der Seder Olam bei Neubauer, Mediaeval Jewish Chronich‘3 I, 166, erzählt, der erste Auszug der Juden aus Babylonien hätte 52 Jahre nach der Zerstörung unter Führung Serubabels stattgefumlen, da aber der Tempelbau verhindert wurde, wäre dieser nach Babylonien zurückgekehrt und 70 Jahre nach der Zerstörung zum zweiten Male an der Spitze des Volkes nach Judäa gezogen. Vgl. auch Seder Olam Cap, 28 und öe-der Olara suta bei Neubauer II, 74; Cant. r. 15c, Pesikta 50b. *) Die Quellen des Flavius Josephus, Seite 69—77.

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