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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1896-01-01 · Heft 2 · p. Seite 54

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
41 (1896-1897)
Issue
Heft 2
Article
Das apokryphische Esrabuch
Date
1896-01-01
Page
Seite 54 (sequence 6)
Language
German
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54 Das apokryphische Esrabuch. baues Anordnungen trifft, stört den Zusammenhang, da unmittelbar vorher von der Vereinigung des Darius und Cyrus zu Gunsten der Juden erzählt, wird. Ist aus diesen Erwägungen klar geworden, dass die von Josippon gebotene Darstellung auf eine apokryphiseho Schrift zurüekgeht, so wird sieh uns als wahrscheinlich ergeben, dass diese mit der in der Erzählung vom Fagenwottstreite vorausgesetzten verwandt, wenn nicht gar identisch ist. Da nun auch im Berichte über den Pagenwettstreit, dessen Wortlaut mit dem in III, Esra in den Hauptzügen überoinstimmt, ausdrücklich gemeldet wird, dass der König Darius den König Cyrus von Persien auffordert, sieh mit ihm behufs Erfüllung ihres aut die heiligen Geräthe und den Wiederauf bau des jerusalemisehcn Tempels bezüglichen Gelübdes zu verbinden, so können wir mit Sicherheit annelimen, dass auch in der Schilderung des III. Esra von Darius, dem Meder, die Kede ist. Nur die Ausführung eines Punktes vermissen wir in der Erzählung Josippon’s, die des Gelübdes des Königs Darius, auf welches sich Serubabel sowohl im III. Esra, als auch bei Josippon selbst, beruft, ohne aber über dasselbe neben der ausdrücklichen Nennung des Gelübdes von Cyrus ein Wort zu sagen. Doch dass es in der ursprünglichen Erzählung in der Tliat stand, erhellt auch aus der Mittheilung (p. 11(1), dass Darias den Cyrus auffordert, להיות ידו עמו בדבר הוד, לעזלם את נדרם; es kann daher nur ausgefallen sein. Auch die an dieser Stelle von Josippon als Führer des heiniziehenden. Volkes Genannten (p. 12c) verdienen einige Aufmerksamkeit. sprünglichen Josippon zu zweifeln; es wird p. lld erzählt, dass Darius, als er Serubabel nach dem Siege im Pagenwettstreite die Erlaubniss ertheilte, die Juden nach Palästina zu führen, sich mit Cyrus verband, tun die Juden mit Allem zu versehen und sie zu unterstützen. Dagegen berichtet p. 12b: Nach dem Tode des Darius wählten die Fürsten Medien8 und Persiens Cyrus, den *Schwiegersohn dos Darius zum König von Modien und Persien, und von diesem Tage an war das Reich Medien und Persien eins. Und Cyrus sass auf dem Throne des Königs von Babylon in Chabläa. Und im ersten Jahre seiner Herrschaft erweckte Gott den Geist des Cyrus, des Königs von Persien, und er gedachte seines Gelübdes u. 8• \v.tl; da handelt Cyrus allein und ordnet Etwas an, was er bereits im Vereine mit Darius gethan. Es muss demnach dieses Stück ausgeschieden werden, und so dürfte auch der Bericht über die Krankheit des Darius, da derselbe die Einleitung zu den Verordnungen des Cyrus enthält, als unecht bezeichnet und die Uoberlieferung Raschi’8 als die ursprüngliche hingestellt werden. Jene scheint gleichfalls der Ausfluss des biblischen Berichtes zu sein, der Cyrus allein für die Juden wirken lässt.

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