Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 41 (1896-1897)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Das apokryphische Esrabuch
- Date
- 1896-01-01
- Page
- Seite 50 (sequence 2)
- Language
- German
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50 Das apokryphische Esrabucb. dass auch jene hier vorhanden war1). Nur eine Schilderung erweckt Zweifel an der Einheitlichkeit des ganzen Berichtes; p.; 7c (ed. Const. 5b) wird erzählt, dass Darius nach der Erkretiüng Daniels aus der Löwengrube, im ersten Jahre des Cyrus an alle seine Beamten den Befehl ergehen liess, die enter ihnen in den verschiedenen Städten seines Reiches wohnenden Juden nach Hause ziehen zu lassen; und dass er alle Anordnungen traf, die Juden und ihren Tempel zu unterstützen; sie ziehen unter Eührung Esra’s, des; Hohenpriesters Eljakim, Jesua’s und Mordeehai’s nach Palästina und bauen den Tempel, bis sie, durch die Samaritaner gestört, gezwungen werden, die Arbeit bis zum zweiten Jahre des Darius ruhen zu lassen. Um über die Zugehörigkeit dieses Stückes ein sicheres Urtheil fällen zu können, ist' das Datum des Auszuges der Juden aus Babylonien, wie es auf Grund der Bibel berechnet wurde, festzustellen. In Daniel 9,1 heisst es: ״Im ersten Jahre des Darius, Sohnes des Ahasverus aus dem Geschleohte Mediens, welcher über das Reich der Chaldäer zum Könige eingesetzt wurde; im ersten Jahre seiner > 1) Wirft man auch nur einen flüchtigen Blick auf die oben mitgetheiite Inhaltsangabe des ganzen Abschnittes, der die Geschichte des ד Judenthams von Gyros bis Alexander behandelt, so muss es bald auffallen, jüässaus :;den Büchern Esra und Nehemia, welche die Ereignisse eines;^0sseh־fju1id 1?׳vichtigen Zeitraumes beschreiben, nicht ein einziges Wort, ausl Esther nur ganz kurze Auszüge und aus Daniel fast nichts auf genommen j v^deJüMah^benierkt ■ aber ebenso bald, dass aus diesen, für den Darsteller י der; Ges,chichtö;״Rieses Zeitraumes so werthvollen Quellen nur so viel bexücksichti^ ist, als;zum Verständniss und zur Einführung der mit diesen JBfföher^ zusammenhängenden apokryphischen Erzählungen nothwendig ׳ wärl •Dehh Aie: letzteren allein sind dein Zusammehsteller Hauptsache, heben: dänen der fin.f der Bibel behandelte Stoff gleich gütig und als Neben- Sache;behandelt wird;‘;f: Ist dieser Grundzug des ganzen Abschnittes bei Josippp^,,^der ihn einer Sammlung der apokryphischen Ergänzungsschlitten׳ m den! kanonischen Büchern stempelt, mit Sicherheit erkannt, sd-'ge^jnmien־:;wir.! hierin ein Merkmal zur Unterseheiduug der echten und später hinzugetretenen Bestandtheile des Abschnittes, indem wir umfangreichere Auszüge aus den biblischen Erzählungen als wahrscheinlich dem ursprünglichen Werke nicht angehörig vermuthen dürfen. Im Zusammenhange sei darauf hingewiesen, dass auch Josepbus aus einer ähnlichen Apokryphen Sammlung geschöpft zu haben scheint, da es sonst schwer zu erklären ist, wie er das Buch Esra und Nehemia und deren Inhalt so kurz behandelt und nur einen geringen Theil derselben berücksichtigt, und in der Behandlung des Buches Esther mit■ Josippon übereinstimmt. Auch die auffallende Erscheinung im III. Esra, wo auf Esra 10 unmittelbar Nehem. 7, 78 folgt, erklärt sich auf’s Einfachste daraus, dass wir in diesem Apokryphon (3—9) einen Theil einer Apokryphensammlung vor uns haben, in der aus der Bibel nur so viel sich befand, als zum "Verständnisse der hinzugetretenen Erzählung erforderlich war. Siehe darüber weiter unten im II, Abschnitte.