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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1896-09-01 · Heft 12 (September 1896) · p. Seite 541

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
40 (1895-1896)
Issue
Heft 12 (September 1896)
Article
Die Chronik des Achimaaz von oria (850-1054)
Date
1896-09-01
Page
Seite 541 (sequence 13)
Language
German
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Die Chronik des Achimaaz von Oria. 541 Erwähnung geschieht, erscheint darum auf dem Wege durch die Zeiten so ab gehlasst und farblos, als ob wir durch undurch drin glichen Nebel auf ihren Kern blicken würden. Der Schall hat sich in der Entfernung, aus der er za uns dringt, gleichsam zur Unvernehmlichkeit abgeschwächt. Dazu ist durch das fast ausschliesslich dem Mystischen zugewendete Interesse wunderglänbiger Geschlechter das Thatsächliche immer ärmer und dürftiger aus dem Sieh der TJeberlieferung hervorgegangen, bis uns von dem lebensvollen Zusammenhänge wirklieber treibender Geschichte nur abgerissene Märchen, trümmerhafte Wundererzählungen übrig blieben. Gleichwohl war der Athem der Geschichte, der in jenen Vorgängen lebte, so stark, dass sein Anhauch auch noch aus dieser dürftigen Familienchronik zu uns herüber dringt, in der* besonders durch die treu im Gedächtnisse der späten Enkel fortlebenden Namen der Almen in grossen Zügen wenigstens der Gang des ge- Schichthöhen Werdens aus Jahrhunderten und Gegenden sich erkennen lässt, von denen sonst keine Kunde auf uns gekommen ist. Die Sprache der Aehimaaz-Clmmik. In der Chronik von Toledo hat zugleich auch die jüdische Litteraturgeschichte ein kostbares Denkmal des Gebrauches der hebräischen Sprache in der Mitte des eilften Jahrhunderts aus Süd Italien erhalten, Gegenüber den spärlichen Resten neuhebräischen Sprachgutes, wie es aus jenen Gegenden bisher nur in dürftigen Grab Schriften zu Tage gekommen ist, enthält die Chronik von Oria im Zusammenhalte mit Donnolo’s Schriften ein so reiches Zeugniss von der unter den Juden in Apulien heimischen Pflege der hebräischen Sprache, dass wir uns fortan nicht wundern werden, wenn die Spuren jener Blüthe in synagogalen Poesieeil früh auch zu den Juden im übrigen Europa gedrungen sind. Neben der Pflege des Bibelstudiums, auch ohne grammatischen Anbau dem Mutterboden aller neuhebräischen Sprachkunst, und der Beschäftigung mit den Traditionsschriften, vor Allem der Mischnah, dem babylonischen Talmud und den älteren Midraschim, war es auch der Einfluss des arabischen Idioms, das durch die Eroberungszüge der Araber nicht nur in Sicilien, sondern in ganz Süditalien sich verbreitete1), und der romanischen Muttersprache, dessen Spuren in dem Stile 1) lieber die Verbreitung des Arabischen in Sicilien vgl. ßevue des etudes juäves IX, 149.

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