Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1896-09-01 · Heft 12 (September 1896) · p. Seite 540

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
40 (1895-1896)
Issue
Heft 12 (September 1896)
Article
Die Chronik des Achimaaz von oria (850-1054)
Date
1896-09-01
Page
Seite 540 (sequence 12)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2829132-2829682-2829695-2880188--27376-2880209
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

540 Die Chronik des Achimaaz von Oria. Achimaaz b. Paltiel. Die Chronik Y0n Toledo hilft uns zugleich einem Pintdichter, dessen Name bisher zeit- und raumlos in der Geschichte der synagogalen Poesie ein schattenhaftes Dasein führte, seine feste Stelle anzuweisen. Denn es ist kein Zweifel, dass wir in dem Verfasser unserer Chronik denselben Achimaaz b. Paltiel■1) zu erkennen haben, auf dessen Namen auch einzelne synagogale Dichtungen gehen. Vom Vater in zarter Jugend bereits dem Studium des Gesetzes gewidmet, scheint Achimaaz, der Namensträger des süditalienischen frommen Pilgers aus den Tagen K. Schefatja’s und Chananels, den Beruf seiner Ahnen aufgegeben und gleich seinen Voreltern wieder das beschauliche Leben des Zeltenbewolmers erwählt zu haben. Vielleicht hängt es damit auch zusammen, dass er Capua verliess und in dem alten Gelehrtenneste, dem Stammsitze seiner .Familie, in Oria, sich niederliess־). Von seinem eigenen Leben hat uns Achimaaz nur noch die Kunde hinterlassen, dass er im Jahre 1054 Vater zweier Söhne war, deren erster den Namen seines Grossvaters trug, während der zweite Samuel der Namensträger seines XJrgrossvaters wurde. Samuel war in dem Jahre, da sein Vater den Stammbaum seiner Familie niederzuschreiben anting, zehn Jahre alt. Es war, wie wir gesellen haben, eine durch schwere gesehichtliehe Ereignisse arg zerrüttete ’[Jeherlieferung, die auf Achimaaz gekommen war. Schriftliche Denkwürdigkeiten aus dem Kreise seiner Familie haben ihm offenbar so wenig vorgelegen, dass er vor seinem Grossvater Samuel eine Chrono• logie gar nicht zu geben wagt und mit Ausnahme des Jahres der Glaubens Verfolgung durch Basilius I. ein bestimmtes Datum überhaupt ängstlich vermeidet. Er ist in der Geschichte seiner eigenen Väter so nothdiirftig unterrichtet, dass wir bei ihm die Angabe von dem Tode durch die stürmenden Saracenen, den Chasadja, der Sohn seines grossen Urahns Chananel 925 in Oria gefunden hat, vermissen und von Sabbatai Donnolo, dem gelehrten Arzte, dem Verwandten seines Hauses, trotz, wie es scheint, klarer Nennung seines Namens ihn völlig schweigen sehen. Die Kunde von den Ereignissen, deren bei Achimaaz 1) P. 131 1. Z. nennt sich Achimaaz: ואני אחימער ביק פלטיאל ביר שמואל ביר חננאל בר אמיתיי עובד אל, vvo nicht etwa drei Glieder zu erganzen, sondern absichtlich der Kürze halber übergangen sind. Vgl. H. Gross in Eevue des etudes juives IV, 193. 2) p. 132, z. 6:וגלות אדרי קריית חנייתי.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.