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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1896-09-01 · Heft 12 (September 1896) · p. Seite 532

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
40 (1895-1896)
Issue
Heft 12 (September 1896)
Article
Die Chronik des Achimaaz von oria (850-1054)
Date
1896-09-01
Page
Seite 532 (sequence 4)
Language
German
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532 Die Chronik des Achimaaz von Oria. and unwiedorherstell’bar Krystallgefässe allein seien, die an der Tafel des Chalifen nur einmal gebraucht und dann zerbrochen würden. Der glänzenden Erhebung, diePaltiel am Hofe des fatimidisehen Chalifen zu Theil wurde, war auch einer seiner Verwandten, der Bruder seiner Mutter Cassia, sein Onkel Chananel b. Paltiel, Zeuge geworden1). Dieser benutzte jetzt den Einiluss seines Neffen, dessen Stellung am Hofe, wie dessen Verbindungen mit Byzanz, um in der Heimat seine Forderungen auf so Vieles, was yor und bei der Eroberung yon Oria nach anderen Städten gefluchtet und fortgeschleppt worden war, geltend zu machen. Vom Chalifen mit der Erlaubniss ausgerüstet, nach Italien za diesem Zwecke zurückzukehren, erwirkte er zunächst am byzantinischen Kaiserhofe eine Bulle, die ihn in allen Städten des Reiches, in denen er auf einstens nachweisbar zu seinen! Eigentlumi gehörende Gegenstände stossen würde, das Recht sicherte, sich in den Besitz seiner verlorenen Habe zu setzen. Da er wusste, dass bei der Erstürmung Oria’s die Flüchtlinge zumeist nach Bari und Otranto sich gewendet hatten, ging er zunächst nach Bari, wo er denn auch bald eine alte Bibel aus dem Familienschatze, kostbaren Frauen schmuck und werthvolle Gewänder entdeckte, die vormals ihm eigen gewesen waren. Vergeblich bestritt das Rabbinat von Bari sein Recht auf diese Gegenstände, die als vor dem Feinde geflüchtet und gerettet, das volle Eigenthum ihrer neuen Besitzer geworden seien. Chananel stand auf seinem Schein, der Kaiser von Byzanz hatte ihm die Zurückerlangung seines einstigen Besitzes zugesichert; vor dem Staatsgesetze hatte das rabbinische Recht einfach zurückzutreten. Ein Ausgleich kam zu Stande, in Folge dessen die Bibel und die Gewänder wenigstens ihm zugesprochen wurden, das Uebrige aber den jetzigen. Eigentümern verbleiben sollte. Chananel sollte nicht sobald wieder nach Afrika zurückkehren. Als er in Benevent, wohin er auf der Suche nach der verlorenen Habe ebenfalls gekommen war, im Hause seines Verwandten Sabbathai2), eines Abkömmlings AmitthaPs, dessen 1) IF. p. 127, Z. 11 — 128, Z. 3. 2) P. 127, Z. 22 בת ר׳ שבתי ממשפחת ר׳ אמיתי. Unmöglich wäre es nicht, wenn es nur feststände, dass Donnolo nachmals in Benevent sich niedergelassen, an Sabbatai Donnolo zu denken, der bei der ersten Zerstörung von Oria 925 ein Knabe von zwölf Jahren gewesen ist. Ygl. N e ubauer inEevue des etudes juives XXLI, 213 ff. Als Verwandten R. Cbananel’s bezeichnet sieb Sabbathai selber 8. oben p. 509, n. 1.

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