Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 40 (1895-1896)
- Issue
- Heft 12 (September 1896)
- Article
- Die Chronik des Achimaaz von oria (850-1054)
- Date
- 1896-09-01
- Page
- Seite 531 (sequence 3)
- Language
- German
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Die Chronik des Achim aaz von Oria. 531 zur Uebernalime der Regierung berufenי die er denn auch alsbald an trat, nicht ohne Paltiel gegenüber sein Wort ein ge״ löst zu haben. Bald darauf kam die Reibe der Verwirklichung der Orakel an den Thron in Afrika. Es war im Jahre 953, Almuizz zählte kaum vierundzwanzig Jahre, als er in Mahdieh als Nachfolger seines Vaters Manssur zum Chalifen ausgerufen wurde1 2). Sicilien überliess der neue Chalif nach der Ueberlieferung des Achim aaz einem Bruder‘-*), um raschesten s die Herrschaft in Afrika anzutreten, in die ihn Paltiel als Grossvezir begleitete. Aus dieser Zeit der Residenz des Almuizz in Malidieh stammt die Erzählung3) von der Ab Sendung eines Botschafters aus Byzanz, der lieber umkehren und die Geschenke, die er an den Hof des Chalifen zu bringen hatte, wieder nach Hause führen wollte, ehe er der Vermittelung eines Juden zur Audienz vor dem Chalifen sich hätte bedienen mögen. Als er aber nach zehn Tagen der Nutzlosigkeit seines Starrsinns in ne wurde und Paltiel reumüthig um Verzeihung und Zutritt zum Hofe bitten liess, empfing ihn dieser nach anfänglicher Abweisung am dritten Tage unter Entfaltung ausserordentlichen Gepränges mit hohen Ehren. Die Gemächer, die der Gesandte zu durchschreiten hatte, waren mit den kostbarsten Teppichen an den Wänden und auf dem Boden ausgeschmückt und von allen Wohl״ gerüchen durchduftet. Auf goldenem Stuhle durfte er vor Paltiel sich niedorlassen, der ihm seine Lebensgeschichte erzählte und die Ueberlegenheit seines Geistes in einen! alle Prägen berührenden Gespräche offenbarte. Der Diener, der nach orientalischer Sitte in kristallener Schale Wasser zum Waschen der Hände und des Mundes brachte, hatte den Auftrag, das kostbare Gefäss zur Erde fallen zu lassen, so dass es klirrend in Scherben ging. Dem vor Schrecken sich entfärbenden Griechen gegenüber lächelte Paltiel, der ihm die Frage vorlegte, ob am byzantinischen Hofe auf goldenem oder krystallenem Geschirre aufgetragen würde. Als der Gesandte erwiderte: auf goldenem, meinte Paltiel, dass denn doch der Chalif dem Kaiser «an Glanz der Hofhaltung überlegen sei, da unersetzlich 1) Quatremere, a. a. 0״ II, 401 f. 2) Im Marz 953 blieb, als Hasan, der Emir von Sicilien, zu Almuizz nach Mahdieh sich begab, der Sohn Hasan’«, Ahmed, als Statthalter in Sicilien zurück s. Amari, a. a. 0. 11,249, Weil, Geschichte der islamitischen Völker, p. 812. 3) P. 126, Z. 12—127, Z. 10.